Psychodynamische Psychotherapie

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Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Psychodynamischen Psychotherapie

Durch psychodynamische Verfahren können unbewusste Störungen sichtbar gemacht werden

Die Psychodynamische Psychotherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren aus den USA, welches die Methoden der Tiefenpsychologie sowie der Psychoanalyse umfasst. Diese gehen beide davon aus, dass psychische Störungen auf bereits erlebte Konflikte zurückgehen. Als Behandlungsmethode kann sie dazu beitragen, einen neuen Blick auf die eigene Symptomatik, deren Bedeutung und Veränderbarkeit zu entwickeln. Ihr Ziel ist es, im therapeutischen Prozess durch neue Erfahrungen die Auflösung unbewusster Konflikte des Patienten zu fördern.

Breites Anwendungsspektrum der Psychodynamischen Psychotherapie

Das Therapieverfahren der Psychodynamischen Psychotherapie findet im gesamten Spektrum psychischer und psychosomatischer Störungen Anwendung. Es eignet sich unter anderem zur Behandlung von Patienten mit affektiven Störungen, Angst-, Ess- oder Belastungsstörungen, aber auch bei Patienten mit Persönlichkeits- oder Verhaltensstörungen. Die Psychodynamische Psychotherapie kann dabei sowohl ambulant als auch stationär erfolgen. Zudem ist sie flexibel einsetzbar und kann in der Psychotherapie von Einzelpersonen, im Rahmen der Gruppentherapie, für Familien oder auch bei Paaren eingesetzt werden.

Dauer und Durchführung der Psychodynamischen Psychotherapie

Individuell gestaltete Sitzungen verhelfen dem Patienten zur Selbsterkenntnis

Im Rahmen der Psychotherapie mit dem psychodynamischen Ansatz kommen der Patient und der Therapeut ein bis fünf Mal pro Woche zu Sitzungen zusammen. Diese dauern in der Regel circa 50 Minuten und finden im Sitzen oder – im Falle der Psychoanalyse – im Liegen statt. Da die Psychodynamische Psychotherapie bei unterschiedlichen Krankheitsbildern angewendet wird, fällt die Dauer der gesamten Behandlung sehr unterschiedlich aus. Sie ist zudem von zahlreichen Einzelfaktoren im jeweiligen Fall abhängig. Während eines Erstinterviews unter psychodynamischer Beurteilung wird vor Beginn der psychodynamischen Psychotherapie eine Indikationsdiagnostik erstellt. Hierbei geht es um den biografischen und sozialen Kontext des Patienten. Die eigentliche Therapie erfolgt dann durch das therapeutische Gespräch, in dem der Patient frei assoziierend oder durch den Therapeuten fokussiert zur Selbsterkenntnis gelangt.

Die Diagnostik des Unbewussten ermöglicht neue Behandlungsansätze

Die psychodynamische Behandlungstechnik basiert wie die gesamte Psychodynamik auf dem Drei-Instanzen-Modell von Sigmund Freud. Nach Freud besteht die Psyche des Menschen aus dem Ich, dem Es und dem Über-Ich. Laut Freund kommt es zu Konflikten und Spannungen zwischen dem Ich einerseits sowie dem Es und dem Über-Ich andererseits. In der Psychodynamischen Therapie werden dabei zur Diagnostik die zwei Achsen “Struktur” und “Konflikt” herangezogen. Die Achse “Struktur” beurteilt dabei, wie gut das Ich einer Person funktioniert, beispielsweise, ob eine Störung bei der Kontrolle von Impulsen und Affekten vorliegt. Sie prüft aber auch, ob die Person sich und andere funktional wahrnimmt und wie gut sie kommunizieren kann. Die Achse “Konflikt” widmet sich den psychischen Konflikten und wie gut es der Person gelingt, unterschiedliche Bedürfnisse zu vereinen. Das psychodynamische Verfahren nimmt dabei an, dass Konflikte häufig unbewusst veranlagt sind und auf frühkindlichen Prägungen basieren.

Chancen und Vorteile der Psychodynamischen Psychotherapie

Vorteil: Geeignet für eine Vielzahl psychischer Erkrankungen und für neue Sichtweisen auf das Selbst

Der Vorteil der Psychodynamischen Psychotherapie liegt vor allem in der wissenschaftlich nachgewiesenen Wirksamkeit bei einer Vielzahl von Störungen und Erkrankungen, sodass dieses Verfahren sehr häufig eingesetzt werden kann. Des Weiteren hilft die Therapie dem Patienten, sich selbst oder die eigene Symptomatik neu zu sehen und zu bewerten. Es geht also um die Sichtbarmachung von ursächlichen Problemen – im Falle der der Psychodynamischen Psychotherapien zugeordneten Psychoanalyse auch um die Herstellung einer ausgeglichenen Persönlichkeit.