Lichttherapie

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Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Lichttherapie

Behandlung von Depressionen und Schlafstörungen über den Einsatz von Licht

Die Lichttherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes und empirisch in seiner Wirkung nachgewiesenes Verfahren, bei dem der Patient biologisch wirksamem Licht ausgesetzt wird. Durch den Kontakt mit diesem speziellen Licht werden körpereigene Hormone aktiviert, die Glücksgefühle steuern und dadurch eine positive Wirkung auf die Stimmung entfalten. Die Lichttherapie wird daher hauptsächlich zur Behandlung von Schlafstörungen und Depressionen – insbesondere auch saisonal abhängigen Depressionen (SAD) – angewandt.

Licht steuert Zusammenspiel der Hormone Melatonin und Serotonin

Eine saisonal abhängige Depression (SAD) meint, dass sich die Depression im Herbst und/oder Winter verschlechtert (auch Winterdepression genannt). Dies kann mit dem Melatonin-Spiegel im Körper zusammenhängen. Melatonin ist ein Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Der Wert ist in der dunklen Jahreszeit aufgrund fehlenden Sonnenlichts erhöht, woraus Niedergeschlagenheit und anhaltende Müdigkeit resultieren – depressive Symptome. Gleichzeitig zur Zunahme von Melatonin sinkt der Serotoninspiegel. Das Hormon Serotonin ist ein "Glückshormon", welches durch die Aussetzung von Licht erhöht wird und damit die Stimmung hebt. Die Lichttherapie versucht, beide Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Dauer und Durchführung der Lichttherapie

Statische Lichttherapie als ein Verfahren der Lichttherapie

Die lichttherapeutische Behandlung ist und kann über Tage bis hin zu mehreren Wochen andauern. Dabei gibt es zwei Verfahren der Anwendung: Unterschieden wird zwischen statischer sowie individueller und dynamischer Lichttherapie. Bei der statischen Lichttherapie wird der Patient möglichst nach dem Aufstehen etwa eine halbe Stunde lang mit künstlichem Tageslicht einer Intensität von bis zu 10.000 Lux behandelt. Das Licht ist viel heller als eine normale Zimmerbeleuchtung, deren Intensität lediglich 300-500 Lux beträgt. Es handelt sich bei der Lichtquelle meist um weißes Licht, welches dem Spektrum von Sonnenlicht entspricht. Während der Behandlung sitzt der Patient circa 50 bis 80 Zentimeter von der Lichtquelle entfernt. Dabei kann er Zeitung lesen, frühstücken oder sich anderweitig beschäftigen. Wichtig ist, dass er mindestens einmal pro Minute in das Licht schaut und seine Augen nicht mit einer Sonnenbrille oder ähnlichem verdeckt, da das Licht sonst nicht auf die Netzhaut fallen kann.

Individuelle und dynamische Lichttherapie als zweite Form der Lichttherapie

Im Rahmen der individuellen und dynamischen Lichttherapie wird der Patient tagsüber kontinuierlich biologisch wirksamem Licht ausgesetzt, das durch die Veränderung von Intensität und Farbe unterschiedliche Tageszeiten simulieren kann. Das Licht kann dabei über Zimmerbeleuchtung und/oder Sesselbeleuchtung und/oder Brillenbeleuchtung indiziert werden.

Chancen und Vorteile der Lichttherapie

Wissenschaftlich belegte Wirksamkeit und gute Verträglichkeit als Vorteile der Lichttherapie

Die Lichttherapie ist ein wissenschaftlich belegtes Verfahren, das insbesondere bei der Behandlung von saisonalen Depressionen seine Wirksamkeit zeigt. Individualisierung und Dynamik steigern darüber hinaus die Effekte der Lichttherapie. Ein großer Vorteil der Therapie sind ihre geringen Nebenwirkungen. Menschen mit Augenerkrankungen wie grüner Star sollten eine lichttherapeutische Behandlung jedoch zuvor ärztlich abklären. Bei Patienten mit Depressionen kann die Lichttherapie in Kombination mit der Einnahme von Antidepressiva erfolgen und sogar die Wirkung der Antidepressiva verstärken, ohne dass die Dosis der Medikation erhöht werden muss. Darüber hinaus sind positive Effekte auf den Patienten bereits nach einer Woche messbar.