Kunsttherapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Kunsttherapie

Kunsttherapie basiert auf zahlreichen therapeutischen Ansätzen

Die Kunsttherapie dient als gestaltungstherapeutische und tiefenpsychologische Entfaltungsmöglichkeit, die mit verschiedenen künstlerischen Methoden – zum Beispiel der Maltherapie – arbeitet, um Zugang zu unbewussten Gefühlen und Gedanken eines Individuums zu erlangen. Sie vereint dabei verschiedene Ansätze, unter anderem die Psychotherapie, die Tiefenpsychologie, die Verhaltenstherapie aber auch die die Heil- und die Kunstpädagogik.

Künstlerische Gestaltung hilft Menschen, sich auszudrücken

Die Wirkung und der Erfolg der Kunsttherapie basieren auf der Annahme, dass Menschen ihre Konflikte oder Belastungen häufig nur schwer verbal kommunizieren können und sich stattdessen besser über kreative Wege ausdrücken können. Über Malen, Zeichnen, Fotografieren oder auch plastisch-gestalterisches Arbeiten können Patienten ihre inneren Bilder, Vorstellungen, Gefühle, Konflikte und Symptome verdeutlichen. Dabei ist es nicht entscheidend, dass ein Kunstwerk perfekt oder besonders schön ist, sondern dass der Patient im künstlerischen Schaffen seinen Gefühlen freien Lauf lässt und somit den Zugang zum Unbewussten schafft.

Hilfreich für alle Patienten – besonders geeignet für Patienten mit Traumaerfahrungen

Der kunsttherapeutische Ansatz eignet sich für alle Personen mit psychischen aber auch mit körperlichen Erkrankungen. Von ihm können besonders die Menschen profitieren, die sich ihrer Gefühle nicht bewusst sind und diese daher nur schwer kommunizieren können oder sich nicht trauen, über ihre inneren Konflikte zu sprechen. Hier können als Beispiel vor allem traumatische Erfahrungen genannt werden, die ein Mensch häufig verdrängt.

Dauer und Durchführung der Kunsttherapie

Langfristig ambulante oder stationäre Therapiesitzungen

Die Kunsttherapie kann ambulant oder stationär in der Klinik durchgeführt werden. Dabei kann sich der Patient aussuchen, ob er lieber allein oder in der Gruppe künstlerisch tätig wird. Meist finden die Sitzungen einmal pro Woche über einen längeren Zeitraum von mehr als zehn Terminen statt.

Durchführung richtet sich nach Art des eingesetzten Verfahrens

Da die Kunsttherapie als Oberbegriff für verschiedene kunsttherapeutische Methoden dient, gibt es keine allgemeine Beschreibung ihrer Durchführung oder feste Regeln. Dies richtet sich nach der jeweiligen künstlerischen Therapie, mit der gearbeitet wird. Die Sitzungen beginnen meist mit einer Einführung, bei der über aktuelle Probleme und Konflikte gesprochen wird. Der Kunsttherapeut gibt anschließend Ratschläge, mit welchen Mitteln gearbeitet werden soll.

Maltherapie oder Gestaltungstherapie sind Beispiele der Kunsttherapie

Patienten haben beispielsweise im Rahmen der Maltherapie die Möglichkeit, ein Bild gemeinsam zu gestalten oder werden gerne auch spontan gebeten, ihren aktuellen Gefühlszustand zu malen. Die Gestaltungstherapie hingegen befasst sich mit künstlerischen Arbeiten an speziellen Objekten, wie an Steinen oder an Holz. Während der einzelnen Sitzungen greift der Kunsttherapeut nur selten ein, da die Teilnehmer ihre eigenen Ressourcen wirksam einsetzen sollen. Im Anschluss an den kreativen Schaffensprozess bespricht der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten oder in der Gruppe das Ergebnis. Dabei deutet er das künstlerische Produkt und versucht, innere Konflikte oder unbewusste Gefühle zu erkennen.

Chancen und Vorteile der Kunsttherapie

Heilende Wirkungen für die Seele als Vorteile der Therapie

In der Therapie können die Menschen ihre kreativen und künstlerischen Fähigkeiten ausleben, verbessern und teilweise sogar ganz neu entdecken, wodurch Freude und auch Selbstvertrauen geschaffen werden. Des Weiteren hilft die künstlerische Betätigung zur Verbesserung der sinnlichen Wahrnehmung und der eigenen Ressourcen. Während der Therapie lernt der Patient, den Gestaltungsprozess selbstständig zu steuern. Er setzt sich damit nicht nur mit seinen seelischen Problemen auseinander, sondern stellt sich gleichzeitig auch gestalterischen Herausforderungen. Daraus kann er neue Handlungs- und Denkweisen sowie Lösungsformen für Probleme gewinnen. Diese Therapieform trägt auch dazu bei, unbewusste Konflikte sichtbar zu machen.