Klinische Hypnosetherapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten der klinischen Hypnose

In Trance das Unbewusste erreichen

Die klinische Hypnose – auch klinische Hypnosetherapie oder Hypnotherapie bezeichnet – ist eine Methode der Psychotherapie, um über tranceartige Zustände einen Zugang zum Unbewussten des Menschen zu erlangen. Das Verständnis der Hypnosetherapie ist die Vorstellung, dass im Unbewussten nicht nur Verdrängtes, sondern auch kreative Ressourcen verborgen sind. In Trance kann der Therapeut zu den Gefühlen und Bedürfnissen seines Patienten vordringen und verlorengegangene Fähigkeiten wieder ins Bewusstsein rufen. Diese kann der Patient nutzen, um neue Wege zu eröffnen und seine eigenen Ziele zu erreichen.

Kombination verschiedener Konzepte als Grundlage

Die Hypnosetherapie baut auf den Grundlagen verhaltenstherapeutischer, tiefenpsychologischer, psychosomatischer und psychiatrischer Zusammenhänge auf. Sie umfasst dabei nicht nur Methoden, um tranceartige Zustände herbeizuführen, sondern kann gleichzeitig auch ein Training sein, bei dem der Patient Übungen zur Tiefenentspannung erlernen kann.

Was ist überhaupt Trance?

Trance bezeichnet einen Zustand zwischen Schlaf- und Wachbewusstsein, bei dem sich der Mensch gezielt auf eine Vorstellung fokussieren soll und dabei andere Dinge – zum Beispiel Alltägliches – ausblendet. Die Aufmerksamkeit des Patienten ist damit auf ein bestimmtes Thema gerichtet. Während der Hypnose kommt der Körper zur Ruhe und der Patient erfährt tiefe Entspannung. Körper, Seele und Geist gelangen dabei in Einklang, wodurch bereits heilende Wirkungen entstehen können.

Selbstheilung anleiten und verborgene Gefühle für sich nutzen

Von der Therapie profitieren vor allem Menschen, denen bestimmte Gefühle und Gedanken fremd sind, da der Zugang zu diesen Gefühlen blockiert ist. Beispielsweise haben Erkrankte mit Depressionen überwiegend negative Gedanken und können nur schwer an etwas Positives denken. Menschen, die unter Burnout-Erkrankungen leiden, kennen das Gefühl nicht, sich selbst zu bremsen oder auch ohne Leistung etwas wert zu sein. Auch bei Erkrankungen wie Trauma, Angst- und Zwangsstörungen eignet sich die klinische Hypnose. Über Hypnose können diese Patienten Zugang zu verborgenen Gefühlen und Gedanken erhalten, diese neu erleben sowie in ihr Leben integrieren. Die Hypnose ist damit auch immer eine Methode zur Selbstheilung, da der Patient angeleitet wird, mithilfe seines eigenen Unbewussten nach Heilung zu streben.

Dauer und Durchführung der klinischen Hypnose

Dauer der Hypnosetherapie abhängig von Patienten und Erkrankung

Für die Behandlung mit klinischer Hypnose gibt es keine vorgeschriebene Dauer. Sie ist individuell und richtet sich nach der Erkrankung des Patienten, seinen Fähigkeiten sowie seiner Ausgangssituation. Damit einher geht auch das Ziel der Therapie sowie die Komplexität der Erkrankung oder des Problems. Eine Depression zu behandeln nimmt viel mehr Zeit in Anspruch, als Prüfungsängste zu überwinden. Auch die Dauer einer Sitzung ist nicht generalisierbar und wird individuell auf den Patienten zugeschnitten. So können einzelne Sitzungen zwischen 50 und 120 Minuten variieren und sowohl jede Woche als auch nur einmal im Monat stattfinden.

Vertrauen und Gespräche sind wichtige Grundlagen für die Durchführung

Sitzungen, in denen mit Hypnose gearbeitet wird, können sowohl im Einzelsetting als auch in der Gruppe durchgeführt werden. Die Patienten liegen oder sitzen dabei. Meist wird die Hypnose in den psychotherapeutischen Kontext eingebettet, sodass sie kein eigenständiges Verfahren ist und nicht ohne Planung eingesetzt werden sollte. Wichtig sind daher ein entsprechendes Vor- sowie Nachgespräch. Die Grundlage für eine erfolgreiche Hypnosetherapie ist das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Patient und Therapeut, welches zu Beginn der Behandlung gebildet werden muss.

Verschiedene Methoden für die Herstellung  einer Trance

Der Patient kann über verschiedene Methoden in hypnotische Trance versetzt werden. Meist geschieht dies über indirekte Suggestionen, bei denen der Therapeut beim Patienten innere Bilder anleitet, beispielsweise über Metaphern oder Wortspiele. Auch über akustische Mittel wie ruhige Tonfolgen oder Geräusche kann ein hypnotischer Zustand erreicht werden. Um den Patienten in Trance zu versetzen, spielen äußere Gegebenheiten wie die Akustik eine wichtige Rolle. Während der Sitzungen sollte es im Raum also sehr ruhig bis leicht gedämpft sein. Der Therapeut muss ebenfalls ruhig sprechen, um Entspannung zu erzeugen. Dies gelingt ihm, weil für die Hypnosetherapie eine spezielle und sehr umfangreiche Zusatzausbildung nötig ist.

Chancen und Vorteile der klinischen Hypnose

Selbstheilungskräfte aktivieren und neue Wege gehen als Chance der Hypnose

Die Hypnose ist ein nachhaltiges Verfahren, um einen Zugang zum Unbewussten zu schaffen und die kreativen Ressourcen zu entfalten. Somit steigert die klinische Hypnosetherapie auch die Selbstheilungskräfte, da der Patient durch den gezielten Einsatz seiner vorhandenen Fähigkeiten neue Wege gehen und Ziele erreichen kann. Er erlernt dabei neue Gefühle und Sichtweisen, die sein seelisches Wohlergehen fördern. Des Weiteren wirkt oftmals schon der Zustand tiefer Entspannung heilend auf den Patienten.