Stress in der Familie

Beschreibung von Stress in der Familie

Was ist Stress in der Familie? Wie kann Stress in der Familie aussehen?

Stress in der Familie kann viele Gesichter haben. Es kann jede Person oder sogar mehrere Mitglieder treffen – nicht selten leidet auch das gesamte "System Familie" unter Stress. So kann sich Stress zum Beispiel in Konflikten oder familiären Problemen zeigen, die nicht gelöst werden. Es leiden vor allem kleine Kinder unter Streitigkeiten der Eltern, weil sie diese Konflikte nur unzureichend verarbeiten können. Auch Eltern, die von ihren Kindern zu viel fordern und sie unter Druck setzen, können für Stress in der Familie sorgen. Jedoch können auch Kinder und gerade junge Erwachsene in der Pubertät für Krisen in der Familie sorgen, beispielsweise durch Auffälligkeiten in der Schule, Schulangst etc. Stress in der Familie kann auch selbst verursacht sein: Besonders sind Mütter betroffen, weil sie versuchen, ihren zahlreichen Rollen als Hausfrau, Mutter, Karrierefrau und Ehefrau gerecht werden zu wollen und oftmals idealisierte Vorstellungen ihrer Rolle haben.

Stress im familiären Kreis zeigt sich dadurch, dass die Kommunikation immer schlechter wird, man nicht mehr über Themen, Sorgen und Probleme redet und dadurch alles nur noch schlimmer macht. Auch die Isolation einzelner Familienmitglieder kann eine Folge sein, wenn es Konflikte gibt. Insbesondere Kinder geraten bei Konflikten der Eltern in die Schusslinie und wissen nicht, wie sie diese Erfahrungen verarbeiten können. Daher ziehen sie sich häufig allein zurück statt mit jemandem aus der Familie darüber zu reden.

Welche Folgen hat Stress in der Familie?

Stress in der Familie kann zu Erkrankungen führen, beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Burn-out oder Depression können sich aus einer Überbelastung im familiären Kreis entwickeln. Betroffene leiden unter dem Stress, können nicht mehr richtig schlafen, grübeln zu viel und bekommen psychosomatische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Kopfschmerzen. Konflikte zwischen (Ehe-)Partnern können dazu führen, dass Familien aufgrund von Scheidung oder Trennung auseinanderbrechen, worunter die Kinder häufig am meisten leiden und diese wiederum vor neue Probleme gestellt werden. In einzelnen Fällen kann das sogar ein Trauma beim Kind auslösen, wodurch die Seele des Kindes seelischen Schaden nehmen kann.

Entstehung von Stress in der Familie

Welche Ursachen hat Stress in der Familie? 

Es gibt viele Ursachen für Stress in der Familie. Sie können sowohl innere Faktoren sein als auch durch äußere Einflüsse entstehen. Zu inneren Faktoren zählen beispielsweise Selbstzweifel, zu hohe Ansprüche an sich und andere, fehlende Achtsamkeit für die eigenen Bedürfnisse, mangelnde Konfliktfähigkeit sowie Angst vor Trennung oder Einsamkeit. Auch durch die Fähigkeit, nicht Nein sagen zu können, machen sich viele Menschen selbst Stress und laden sich zu viele Aufgaben auf.

Äußere Einflüsse können unter anderem die Doppelbelastung durch Beruf und Familie, eine unzureichende Arbeitsteilung, innerfamiliäre Konflikte, mangelnde Aufmerksamkeit, Störungen der (Paar-)Kommunikation und die Pflege von alten oder kranken Familienmitgliedern sein. Auch der Verlust von Familienmitgliedern kann eine tiefe Krise auslösen. Darüber hinaus kann Stress entstehen, wenn jemand aus der Familie an einer seelischen Erkrankung leidet. Auch finanzielle Sorgen und Stress auf der Arbeit können sich auf das Familienleben auswirken und für eine Belastung sorgen.

Hilfe gegen Stress in der Familie

Wann wird Stress in der Familie gefährlich?

Erhöhte Reizbarkeit, ungerechtes Verhalten, Rückzug, Kommunikationsabbruch, psychische und körperliche Symptome können auf Überlastung hindeuten. Wenn dies nicht mit eigenen Mitteln bewältigt werden kann, sondern die Beschwerden zunehmen, man Dauerstress spürt und der Familienalltag beeinträchtigt wird, sollte man sich ärztliche Hilfe holen. Insbesondere Alleinerziehende sind gefährdet.

Was kann man gegen Stress in der Familie tun? 

Es gibt verschiedene Hilfestellungen und Tipps, um das Familienleben vor Stress zu schützen, mit dem Stress umzugehen oder abzubauen. Dazu zählen unter anderem:

  • Kommunikation verbessern: Konflikte entstehen, wenn Kommunikation fehlschlägt. Sie werden häufig sogar dadurch verstärkt, wenn Menschen nicht miteinander über ihre Sorgen, Ängste und Probleme sprechen. Daher ist es wichtig, die Kommunikation und damit automatisch die familiäre Situation und das Miteinander zu verbessern. Hilfe kann dabei beispielsweise eine Familientherapie geben.
  • Unterstützung von außen holen: Kostet die Pflege alter oder kranker Familienangehöriger Zeit und Kräfte, kann professionelle Hilfe unterstützend wirken. Auch eine Haushaltshilfe kann für Entlastung sorgen. Des Weiteren ist die Familienhilfe ein guter Ansprechpartner bei Problemen. Bei Problemen mit Kindern und Jugendlichen kann man sich zum Beispiel an Kinder- und Jugendpsychiater/-psychotherapeuten wenden.
  • Ordnung in den Alltag bringen: Aufgaben sollten verteilt werden, damit jeder seinen Beitrag leistet und nicht ein Familienmitglied zu viel belastet wird. Die Kinder können zum Beispiel die Spülmaschine ausräumen oder mit dem Hund spazieren gehen. Für eine bessere Organisation können auch eine To-Do Liste oder die Priorisierung der Aufgaben helfen.
  • Achtsamkeit üben und Zeit für sich nehmen: Achtsamkeit für die eigenen Bedürfnisse kann der Überbelastung entgegenwirken. Zwar ist das Familienleben wichtig, aber man sollte dennoch seine eigenen Bedürfnisse nicht zurückstellen und vernachlässigen. Daher ist es wichtig, dass man sich auch mal eine Auszeit nimmt, Zeit für Ruhe einplant und sich mit den Dingen beschäftigt, die einem selbst guttun. Es ist okay, dass man sich nicht 24/7 um Kinder, Haushalt oder Ehrenamt kümmern kann.
  • Gemeinsame Erlebnisse schaffen: Damit die Familie nach einer Phase mit akutem Stress oder Konflikten wieder zu sich findet und das System gestärkt wird, können Rituale wie ein monatlicher Ausflug oder das gemeinsame Abendessen neue Dynamik in veraltete und krankhafte Strukturen bringen. 
  • Soziale Kontakte pflegen: Um aus seinem familiären Umfeld rauszukommen und mal auf andere Gedanken zu kommen, können Treffen mit Freunden helfen. Ein Mädelsabend bei der Freundin oder ein Männertag für den Vater sind hilfreich, um nicht ständig im gleichen Umfeld zu verweilen. Hier bietet sich auch die Möglichkeit, mit Freunden über die eigenen Sorgen zu reden und sich Ratschläge oder eine andere Meinung zu holen.  
  • Idealvorstellungen runterschrauben: Niemand muss alles können und jede Rolle perfekt beherrschen. Es hilft, die Ansprüche an sich zu reduzieren.