Beziehungsprobleme

Beschreibung von Beziehungsproblemen

Was sind Beziehungsprobleme? 

Mit Beziehungsproblemen sind unter anderem partnerschaftliche Konflikte, Krisen oder Streitigkeiten gemeint, die sich negativ auf den Alltag und die Partnerschaft zweier Menschen auswirken. Sie gehen über ein gesundes Maß an Streitigkeiten hinaus und dauern häufig sehr lange an. Dabei ist es egal, ob die Konflikte tiefgreifende Ursachen haben oder bei belanglosen Kleinigkeiten im Alltag auftauchen. Die Themen, bei denen beide Partner aneinander geraten, können nämlich ganz unterschiedlich sein: Fehlende Wertschätzung, Gefühllosigkeit, Verspätung des Partners, Geschichten über Ex-Partner, Eifersucht, Sex-Flaute, unterschiedliche Zukunftspläne und vieles mehr lassen Paare streiten. Auch wenn man schon sehr lange zusammen ist und sich Routinen entwickelt haben, kann die anfängliche Verliebtheit nachlassen und das Interesse am Partner schwinden.  

Welche Folgen haben Beziehungsprobleme?

Eine dauerhafte Beziehungskrise führt zu Frust und Ärger. Fehlt Liebe in der Paarbeziehung und nehmen Streitigkeiten überhand, kann es zu psychischen Erkrankungen wie Stress kommen und die Seele des Menschen wird nachhaltig geschädigt. So geht mit Beziehungsproblemen auch meist ein Stück Lebensqualität verloren. Betroffene leiden dann unter Ängsten, Schlafproblemen und nicht selten entwickelt sich eine Depression. 

Ursachen von Beziehungsproblemen

Wie entstehen Beziehungsprobleme? 

Wenn ein Paar sich streitet, kann dies sowohl durch innere als auch äußere Faktoren verursacht werden.
Äußere Faktoren können unter anderem sein: 

  • unterschiedliche Ansprüche oder Wünsche an die Beziehung
  • unterschiedliches Kommunikationsverhalten der Beteiligten oder gar fehlende Kommunikation
  • ungeklärte Konflikte und fehlende Lösungen für Konflikte
  • Loyalitätsprobleme und fehlende Ehrlichkeit, Eifersucht
  • unterschiedliche Vorstellungen von Lebensführung, Treue, Sexualität, Nähe und Distanz
  • Respektlosigkeit, fehlende Wertschätzung, geringe Einsatzbereitschaft
  • unterschiedliche Gewichtung der Bedeutung des Berufs
  • Dominanz und Macht
  • Sucht und Krankheiten
  • finanzielle Probleme
  • Haushalt und Ordnung
  • Routinen
  • Geburt eines Kindes
  • Interesse an einer anderen Person, Betrug
  • emotionale Erpressung, krankhafte Liebe
  • unterschiedliche Persönlichkeitsentwicklungen

Innere Faktoren können unter anderem sein:

  • hohe Erwartungen an den Partner
  • Selbstzweifel und Unsicherheit
  • fehlende Konfliktbereitschaft
  • Angst vor Trennung, Scheidung oder Einsamkeit
  • fehlender Selbstwert,
  • Vorbilder für Beziehungen (zum Beispiel die Eltern)

Hilfe bei Beziehungsproblemen

Welche Tipps gibt es bei Beziehungsproblemen?

Eine achtsame, wertschätzende Kommunikation ist die beste Prävention für Beziehungsprobleme. So lange ein Paar über Konflikte, Missverständnisse, Kränkungen und Verletzungen sprechen kann oder dies wieder lernt, ist eine glückliche Beziehung möglich. Kommt es jedoch zum Streit, so sollte man statt mit Vorwürfen verständnisvoll reagieren. Eine fair geführte Diskussion sollte dabei das Ziel sein. Ein weiterer Tipp ist, seine Beziehung nicht direkt aufzugeben, sollte es häufiger Unstimmigkeiten geben. Nur gemeinsam können beide Partner an einer Lösung arbeiten. Verfolgt einer von beiden jedoch eine klare Trennungsabsicht, muss das offen und ehrlich kommuniziert werden, statt dem Gegenüber etwas vorzuspielen.

Wann benötigt man professionelle Hilfe?

Anzeichen bei kriselnden Beziehungen sind häufige Streitereien ohne Lösung, mangelnde Kompromissbereitschaft, Streit aus nichtigem Anlass, Kommunikationsschwierigkeiten, absichtliche gegenseitige Verletzungen oder auch fehlende Loyalität. Wenn die Partner aus eigener Kraft keine Lösung für die bestehenden Probleme finden und/oder einer der Beteiligten (oder beide) körperliche oder psychische Beschwerden entwickeln, sollte man sich therapeutische Hilfe in Form einer Paarberatung suchen.

Was kann man bei Beziehungsproblemen tun?

Bei Paarproblemen können verschiedene Formen der Psychotherapie helfen, beispielsweise eine Paartherapie, eine Sexualtherapie oder eine Systemische Therapie. Professionelle Hilfe gibt es auch bei einer Eheberatung. Die Therapien helfen dabei, vor allem tief liegende Ursachen aufzudecken und somit aktuelle Probleme zu lösen. Wichtig ist, Verständnis für den Partner und seine Situation aufzubringen, um Probleme von beiden Seiten zu betrachten. Für eine erfolgreiche Beratung müssen sich beide Partner eingestehen, dass ihre Beziehung Hilfe benötigt. Sie sollen Verständnis füreinander entwickeln und anfangen, den Konflikt aus der Situation des Anderen zu betrachten. Darüber hinaus lernen die Partner in der psychologischen Beratung, wie sie bestehende Konflikte aus dem Weg schaffen und an einer guten Beziehung arbeiten können. Beispielsweise wird probiert, Streite nicht durch unsachliche, sondern durch konstruktive Kommunikation zu regeln. Statt Vorwürfen und Unverständnis können sich Lob und Dank entgegengebracht werden.