Schizophrenie

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an Ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Definition – was ist Schizophrenie?

Gestörte Realitätswahrnehmung

Menschen, die an einer Schizophrenie erkrankt sind, nehmen die Welt anders wahr als ihre Mitmenschen. Denken, Fühlen und Wollen sind verändert und der Betroffene ist fest davon überzeugt, dass seine Wahrnehmung richtig ist. Dieser Zustand ist bedrückend und führt zu zahlreichen Missverständnissen, zu Ängsten und sozialem Rückzug. Die Mitmenschen eines Patienten mit Schizophrenie sind oft hilflos und verstehen den Betroffenen nicht mehr.

Ursachen – wie entsteht eine Schizophrenie?

Genetische und nicht genetische Ursachen

Die Schizophrenie kommt familiär gehäuft vor; man schätzt, dass die Ursachen zu etwa 70 Prozent in den Genen verankert sind. Durch verschiedene erbliche Faktoren kommt es zu einer erhöhten Verletzbarkeit (Vulnerabilität), die einen Menschen für den Ausbruch der Erkrankung anfällig macht. Durch Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, Virusinfekte im Mutterleib, Stress, eine ungünstige Atmosphäre innerhalb der Familie oder andere äußere Faktoren kommt es zum Ausbruch der Krankheit.

Untergruppen und Symptome – welche Formen der Schizophrenie gibt es? Wie äußert sich eine Schizophrenie?

Verschiedene Erkrankungsformen mit Positiv- und Negativsymptomen

Die Schizophrenie ist gekennzeichnet durch sogenannte Positivsymptome, unter denen Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Erregung, Ich-Störungen und Denkstörungen zusammengefasst wird. Außerdem kann es zu Negativsymptomen kommen, die einer Depression ähneln: Apathie, Sprachverarmung, sozialer Rückzug und verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Stehen die Positivsymptome im Vordergrund, spricht man von paranoider, hebephrener oder katatoner Schizophrenie. Sind die Negativsymptome vorherrschend, bezeichnet man die Erkrankung als schizophrenes Residuum, postschizophrene Depression oder Schizophrenia simplex. Die Schizophrenie gehört zur Krankheitsgruppe der Psychosen, zu der auch vorübergehende, anhaltende oder induzierte wahnhafte Störungen gezählt werden.

Therapie – wie kann eine Schizophrenie behandelt werden?

Gut wirksame Medikamente und begleitende Psychotherapie

Sowohl bei akuten Phasen der Erkrankung als auch bei der Langzeitbehandlung stehen Medikamente im Vordergrund, die oft zu einer guten Stabilisierung führen und Rückfällen vorbeugen. Ergänzend setzen wir die Psychotherapie ein, um das Krankheitsverständnis zu fördern, den Umgang mit der Schizophrenie zu erleichtern, Frühwarnzeichen zu verdeutlichen, die Stressbewältigung zu fördern und den Patienten zu unterstützen, ein erfülltes Leben zu führen.