Einzeltherapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Einzeltherapie

Jeder Mensch ist anders - jede psychische Erkrankung aber auch

Die Einzeltherapie, auch Einzelpsychotherapie genannt, ist ein psychotherapeutisches Setting, das ausschließlich zwischen dem Patienten und seinem Therapeuten stattfindet. Sie ist damit die individuellste Form der Behandlung und gleichzeitig die wichtigste Therapieform im Rahmen des multimodalen Therapiekonzepts. Je nach Erkrankung kommen bei der Einzeltherapie unterschiedliche therapeutische Methoden zum Einsatz, beispielsweise die Psychoanalyse. Dies richtet sich nach den individuellen Symptomen des Patienten. Im Rahmen dieses psychotherapeutischen Settings begegnet der Therapeut seinem Patienten vertrauensvoll, wertschätzend, authentisch und empathisch. Er unterstützt ihn, unbewusste Konflikte zu erkennen – denn häufig sind sich Menschen gar nicht bewusst, warum sie bestimmte Symptome zeigen. In der Therapie hilft das Gespräch dem Erkrankten, sein Erleben vor dem Hintergrund seiner unbewussten und bewussten Ziele und Bedürfnisse zu verstehen.

Teilnahmevoraussetzungen: Die Einzeltherapie ist ein breit aufgestelltes Therapiekonzept

Die Einzeltherapie kommt bei allen Patienten mit psychischen Problemen zum Einsatz, die sie selbst nicht bewältigen können. Dabei findet diese Art der Therapie häufiger Anklang bei psychologischen Ursachen wie Neurosen, Angststörungen oder somatoformen Störungen, weniger als bei biologischen Ursachen (zum Beispiel Schizophrenie oder Demenz). Wichtig für den Erfolg der Therapie sind die Offenheit und die innere Bereitschaft des Patienten. Auch die enge Beziehung, die der Therapeut und der Patient im Rahmen eines Aufenthaltes in einer Klinik aufbauen, sind von großer Bedeutung. 

Dauer und Durchführung der Einzeltherapie

Die Durchführung kann im Liegen oder Sitzen erfolgen

Da die Einzeltherapie kein Verfahren, sondern ein Setting ist, kann nicht verallgemeinert werden, wie lange eine Sitzung dauert. Dies hängt von den angewandten Verfahren ab, die als Einzelsitzung angeboten werden. Einzeltherapien, die sich beispielsweise der Psychoanalyse bedienen, können im Sitzen (vis-à-vis) oder im Liegen erfolgen. Sie finden in der Regel bis zu fünfmal pro Woche statt und können insgesamt bis zu 600 Stunden in Anspruch nehmen. Einzeltherapien, in denen mit anderen psychotherapeutischen Verfahren gearbeitet wird, können vis-à-vis durchgeführt werden. Die Sitzungen belaufen sich hierbei auf ungefähr eine Sitzung pro Woche und können eine Gesamtdauer von 25 bis 150 Stunden erreichen.

Ein offener Umgang baut Unsicherheiten ab und macht Probleme sichtbar

Im Zentrum der Einzeltherapie steht das Gespräch zwischen Patient und Therapeut. Der Therapeut beginnt zunächst, langsam eine vertrauensvolle Therapeut-Patient-Beziehung zu erarbeiten, welche schon für sich allein eine heilende Wirkung hat. Während der Sitzungen kann der Patient offen und direkt über seine Probleme sprechen. Er erarbeitet mit Unterstützung durch den Therapeuten die Ziele, die er in der Behandlung erreichen möchte. Der Therapeut bedient sich dazu einer Vielzahl wissenschaftlich evaluierter Psychotherapiemethoden, um die Konflikte seines Patienten zu aktualisieren und zu klarifizieren. Dadurch lernt der Patient, sich selbst, seine Probleme und seine psychische Erkrankung besser zu verstehen sowie sein Verhalten und seine Beziehungsgestaltung zu verbessern.

Chancen und Vorteile der Einzeltherapie

Intensive Patient-Therapeut-Beziehung als Schlüssel zum Erfolg

Die Erfolgsaussichten dieses Settings der Psychotherapie sind sehr gut. Sie hängen aber auch immer mit dem angewandten Verfahren und dessen Erfolgsaussichten zusammen. Dennoch können für das Merkmal der Einzelbehandlung bestimmte Vorteile und Chancen festgehalten werden. Der große Vorteil besteht in der engen Bindung zwischen Patient und Therapeut. Der Patient genießt sowohl in jeder Sitzung als auch über einen langen Zeitraum hinweg die volle Aufmerksamkeit seines Therapeuten. Durch diese intensive Betreuung kann auch der Therapeut den Patienten und seine Erkrankung besser kennenlernen und individueller auf ihn eingehen. Im Gegensatz zur Gruppentherapie ist der Ablauf einer Einzeltherapie somit mehr prozessorientiert (autodynamisch). Gleichzeitig stellt sich bei vielen Menschen in der Einzeltherapie ein therapeutischer Erfolg oft schneller ein als in der Gruppentherapie.

Weitere Chance: Patient lernt sich selbst besser kennen

In der Einzeltherapie lernt der Patient sich selbst sowie seine psychische Erkrankung intensiver kennen und verstehen. Er kann seine Handlungsmotive besser nachvollziehen und seine eigenen Konflikte analysieren. Er reflektiert, auf welche Art er Beziehungen gestalten soll und welche Verhaltensmuster er ändern möchte. Hierfür ist eine positive innere Einstellung zur Therapie oder zu einem Aufenthalt in der Klinik sehr hilfreich.