Sporttherapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Sporttherapie

Die Sporttherapie beinhaltet Anamnese, Diagnostik und Training

Die Sporttherapie ist ein sportliches Training mit einer vorgeschalteten Anamnese und Leistungsdiagnostik. Sie zählt zur Bewegungstherapie und ergänzt die Physiotherapie. Sie ist im engeren Sinne ein von professionellen Sporttherapeuten durchgeführtes, individuelles Ausdauertraining, dessen Wirksamkeit von der Leistungsdiagnostik, von Quantität und Qualität des Trainings selbst sowie von der Qualität des Sporttherapeuten abhängt.

Sport wirkt auf die eigenen körperlichen Fähigkeiten

Im weiteren Sinne umfasst die Sporttherapie zusätzlich zum Ausdauertraining auch körperliche Ausgleichsmethoden, die andere körperliche Parameter schulen, beispielsweise Gelenkigkeit oder Kraft. Gezielte Übungen und Bewegungen können die Koordination und Körperlichkeit beeinflussen und verbessern. Mit sporttherapeutischem Training soll auf ein ausbalanciertes Körpererleben hingearbeitet werden. Die Sporttherapie leistet somit auch einen wichtigen Teil zur Vorbeugung und Rehabilitation sowie zu einer angestrebten, dauerhaften Gesundheitskompetenz. 

Sport wirkt gleichzeitig auch auf die Seele

Die Sporttherapie basiert auf dem Zusammenhang von Körper und Geist: Beim Sport werden körpereigene Glückshormone ausgeschüttet, die zu einer Verbesserung von Stimmung und Antrieb führen. Sport kann daher auch als Antidepressivum helfen und positiv auf den Krankheitsverlauf einwirken. Beim Sport erlebt der Mensch Lebensfreude, Erfolgserfahrungen und Motivation. Darüber hinaus hilft Sport, das Selbstwertgefühl, die Selbstwirksamkeitserwartung sowie die individuelle Gesundheit zu fördern. Beides sind wichtige Faktoren der seelischen Widerstandskraft.

Dauer und Durchführung der Sport- und Bewegungstherapie

Diagnostik bestimmt, für wen die Sporttherapie geeignet ist

Sporttherapeutische Sitzungen finden in der Regel drei Mal pro Woche für je zwei bis drei Stunden unter professioneller Anleitung des Sporttherapeuten – meist in der Klinik – statt. Diese Therapieform ist im Prinzip für alle Patienten geeignet, sofern die körperlichen Voraussetzungen eine Behandlung zulassen. Der Sporttherapie geht deshalb eine ärztliche Prüfung voraus, bei der die körperliche Belastbarkeit des Teilnehmers geprüft wird. Beispielsweise können Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur eingeschränkt teilnehmen. Im Rahmen der Diagnostik erfolgt auch eine Anamnese, bei der die sportlichen Erfahrungen und bisherigen Aktivitäten des Patienten erfragt werden.

Zahlreiche Sportarten zur Auswahl während der Therapie

Nach der Diagnostik erarbeitet der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten einen individuellen Trainingsplan, bei dem die sportlichen Betätigungen den körperlichen und mentalen Gegebenheiten des Patienten angepasst werden. Die Sport- und Bewegungsarten, die in der Therapie angeboten werden, können sowohl im Indoor- als auch im Outdoor-Bereich stattfinden, sind aber abhängig von den örtlichen Gegebenheiten der durchführenden Einrichtung. Normalerweise umfasst die Sporttherapie aber zahlreiche Angebote, unter anderem Bewegung im Wasser, Bewegung an Geräten, Leichtathletik, Ballsportarten, Reiten, Bogenschießen, Fechten oder Nordic Walking. In seinem sporttherapeutischen Training wird der Patient dann regelmäßig von seinem Trainer betreut und bei seinen Übungen begleitet. Der Trainingsplan ist dabei meist dynamisch und kann im weiteren Therapieverlauf individuell angepasst werden.

Chancen und Vorteile der Sport- und Bewegungstherapie

Positive Effekte für Körper und Seele

Die Wirksamkeit der Sporttherapie liegt auf allerhöchstem Niveau und ist gleichzusetzen mit der Wirksamkeit von Psychotherapie und Pharmakotherapie. Das sporttherapeutische Training wirkt sich vor allem auf die Seele aus, da mit Sport das Selbstbewusstsein sowie das Selbstwertgefühl verbessert werden können. Körperliche Mehrwerte liegen in der Verbesserung der eigenen Ausdauer und Beweglichkeit sowie der Stärkung der Gesundheitskompetenz. Mit dem geeigneten Trainer kann der Patient seine individuellen Möglichkeiten optimal ausschöpfen und auch neue Sport- und Bewegungsarten kennenlernen. Die positiven Effekte der Körpertherapie sind meist schon nach 12 Wochen sichtbar. Damit das Training aber nachhaltig sein kann, erfordert es dauerhafte körperliche Aktivität.