Naturtherapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Naturtherapie

Was versteht man unter Naturtherapie? Erleben der Natur im Vordergrund

Die Naturtherapie beinhaltet verschiedene Methoden, die das Erleben in der Natur als therapeutische Zwecke für sich nutzen. Hier geht es hauptsächlich um die aufmerksame Wahrnehmung der Umgebung und die Bewegung in der Natur. Dabei werden die Sinne geschärft, die Achtsamkeit geübt und der Blick geweitet. Die Naturtherapie ist ein co-therapeutisches Verfahren und kann daher ergänzend zu anderen Psychotherapien eingesetzt werden.

Mensch in seinem natürlichen Setting

Die Naturtherapie basiert auf dem Verständnis, dass die Natur aus Sicht der Evolutionsgeschichte das ursprüngliche Setting des Menschen ist. Er kommt sozusagen aus der Natur, wurde aber in den letzten Jahrhunderten an das Leben in Räumen gewöhnt. Unter freiem Himmel in seiner ursprünglichen Umgebung fühlt er sich daher am wohlsten, kann entspannen sowie sich selbst und seinen Körper viel intensiver wahrnehmen als in einem geschlossenen Raum. Dabei wirken vor allem die natürlichen Kräfte wie Gerüche, Geräusche oder Gegebenheiten. Die Natur schafft somit Präsenzerlebnisse, bei denen der Mensch nur das Hier und Jetzt erfahren kann. Frische Luft fördert darüber hinaus nicht nur Entspannung und Wohlbefinden, sondern stärkt gleichzeitig auch die Abwehrkräfte und das Immunsystem.

Wem hilft die Naturtherapie? Allen Menschen mit seelischen und physischen Erkrankungen

Besonders Patienten mit Depression, Angsterkrankungen und anderen psychischen Krankheiten profitieren von der Naturtherapie. Da die frische Luft aber nicht nur auf die Seele beruhigend wirkt, sondern auch dem Körper guttut, hilft ein Aufenthalt in der Natur beispielsweise auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen oder Atemwegserkrankungen.

Durchführung der Naturtherapie

Therapeutischer Spaziergang als eine Form der Naturtherapie

Die Naturtherapie stellt einen Überbegriff für alle psychotherapeutischen Formen dar, bei denen es um das Erleben der Natur und um Naturerfahrungen geht. Daher gibt es verschiedene naturtherapeutische Verfahren, die individuell oder in der Gruppe angeboten werden. Eine Methode ist beispielsweise der therapeutische Spaziergang. Der Patient geht dabei gemeinsam mit seinem Therapeuten in der Natur spazieren. Da beide Personen nebeneinander gehen und in die gleiche Richtung schauen, können andere Gespräche entstehen als im Gespräch frontal gegenüber. Zudem ist der Patient im Laufen entspannter und kann daher Dinge ansprechen, die er im Sitzen vielleicht verschweigen würde. Bewegung hilft auch dabei, seelische Spannungen in Schwung zu versetzen und festgefahrene Strukturen aufzulockern.

Auch Kombination aus Sport und Natur möglich

Idealerweise können auch die beiden Themenbereiche Sport und Natur miteinander verbunden werden, sodass man sporttherapeutische Angebote auch im Outdoor-Bereich ausrichten kann. Die Verbindung aus natürlicher Bewegung und Aufenthalt im Freien macht sich die Sporttherapie zu Nutzen. In der Natur kann sich der Patient intensiver spüren als in einem Gebäude. Wind, Gerüche und Klima kann er nicht im Studio oder in einem Fitnessraum erleben. Draußen ist er aktiver, sodass die Bewegung an der frischen Luft viel effektvoller ist. Das sporttherapeutische Angebot kann dabei zahlreiche Sportarten umfassen, beispielsweise Yoga, Bogenschießen aber auch typische Outdoor-Aktivitäten wie Slacklining oder Parcours. Zur Sporttherapie zählen auch Entspannungsverfahren, mit denen der Patient seinen Körper nach sportlicher Betätigung wieder in Entspannung versetzen kann.

Waldtherapie schafft Präsenzerleben

Eine weitere Art der Naturtherapie ist die Waldtherapie. Wärmendes Sonnenlicht, knackende Äste, frisches Nadelholz, rauschende Blätter und zwitschernde Vögel wirken entspannend und heilend auf die Seele. In dieser natürlichen Atmosphäre ist der Patient ganz für sich. Er kann zur Ruhe kommen, tief einatmen und die Natur mit allen Sinnen erleben. Dabei wird er in einen Zustand tiefer Entspannung versetzt und erlebt das Hier und Jetzt in vollem Umfang. Die Waldtherapie und das natürliche Setting des Waldes schaffen somit Präsenzerlebnisse und stellen eine ideale Atmosphäre für den Weg zur Genesung dar.

Chancen und Vorteile der Therapie

Mensch im Einklang mit der Natur, Präsenzerlebnisse und Vielfalt als Vorteile der Naturtherapie

Bei der Naturtherapie wirken bereits natürliche Kräfte wie Wind, Wasser, Gerüche, Vogelzwitschern oder Sonnenlicht heilend. Auch die Umgebung – beispielsweise ein ruhiger Wald, ein großer See oder ein weites Feld – bietet einen idealen Ort, um zur Ruhe zu kommen und sich auf sich selbst zu fokussieren. Die Naturtherapie schafft somit Präsenzerlebnisse, bei denen der Patient nur das Hier und Jetzt erleben kann. Im Outdoor-Setting fühlt er sich am wohlsten, kann entspannen sowie sich selbst und seinen Körper viel intensiver wahrnehmen. Der Aufenthalt im Freien hat daher einen wirksamen Einfluss auf das seelische und körperliche Wohlbefinden. Darüber hinaus bietet die Naturtherapie zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise in Kombination mit sporttherapeutischen Angeboten oder auch mit der Psychotherapie wie beim therapeutischen Spaziergang.