Körpertherapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Körpertherapie

Dynamisches Wechselspiel zwischen Körper und Seele

Die Körpertherapie – auch Körperpsychotherapie genannt – ist ein Oberbegriff für zahlreiche Psychotherapieverfahren, die auf dem dynamischen Zusammenhang von Körper und Seele basieren. Ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung und viel Arbeit wirkt sich nicht nur negativ auf den Körper aus, sondern auch auf die Seele. Gleichzeitig können auch seelische Belastungen wie etwa Stress auf den Körper einwirken und zusätzlich krank machen. Der Körper ist somit auch Ausdruck der Gefühle und Erfahrungen eines Menschen, da in ihm alles gespeichert wird, was der Mensch in seinem Leben erlebt. So setzen sich auch negative Erfahrungen wie Trauma fest, welche häufig verdrängt werden und der Körper in Stress, innere Unruhe und Anspannung umwandelt.

Bewegung, Entspannung und Achtsamkeit lehren

Da die Körpertherapien auf dem Wechselspiel von Seele und Körper basieren, ist es ihr Ziel, sowohl die körperliche als auch die seelische Gesundheit des Patienten wiederherzustellen und zu verbessern. Der Therapeut setzt deshalb immer am Körper an, sodass es bei allen Verfahren hauptsächlich um Bewegung, Berührungen, Körperwahrnehmung, Körperbild, Achtsamkeit und auch Entspannung geht. Zu den Körpertherapien zählen beispielsweise die Physiotherapie, Akupressur, Autogenes Training oder auch die Konzentrative Bewegungstherapie (KBT).

Anwendbar bei Patienten mit psychischen und seelischen Problemen

Körpertherapien können sowohl bei physischen als auch seelischen Erkrankungen angewandt werden. Im Bereich der physischen Erkrankungen helfen die Körpertherapien vor allem Patienten mit chronischen Schmerzen wie Gelenkschmerzen. Bei seelischen Erkrankungen können sie überall dort zur Anwendung kommen, wo die körperliche und/oder seelische Balance gestört ist. Insbesondere Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen profitieren davon. Da Körpertherapien auch Entspannungsverfahren beinhalten, können diese Methoden vor allem bei Patienten mit stressbedingten Belastungsfolgen zum Einsatz kommen. Ebenso eignen sich körpertherapeutische Methoden auch für Patienten mit Körperschemastörungen – dazu zählen beispielsweise Essstörungen.

Dauer und Durchführung der Körpertherapie

Dauer der Körpertherapie abhängig von angewandten Methoden

Wie lange eine Behandlung dauert, hängt von den eingesetzten Verfahren der Körpertherapie ab und richtet sich nach den Bedürfnissen sowie der Erkrankung des Patienten. In der Regel werden für eine Sitzung zwischen 30 und 60 Minuten eingeplant. Körpertherapien sollten für ihren Erfolg aber regelmäßig angewandt werden. Grundlage ist dafür ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Therapeut und Patient.

Aktive und passive Formen der Durchführung der Körpertherapie

Körpertherapien arbeiten mit verschiedenen Methoden, sodass die Durchführung auch immer davon abhängt, in welchem Rahmen die Anwendung stattfindet. Allgemein kann aber gesagt werden, dass Körpertherapien sowohl Körper- und Bewegungsübungen sowie Entspannungsverfahren, Atemübungen und auch Stressbewältigungsmethoden enthalten können. Hier kann zwischen aktiver und passiver Therapie unterschieden werden. Bei der passiven Körpertherapie wird der Körper des Patienten durch den Therapeuten berührt und bewegt. Bei der aktiven Körpertherapie bewegt sich der Patient selbst.

Methoden der Körpertherapie können sowohl Bewegung als auch Entspannung beinhalten

Es gibt verschiedene Methoden, die im Rahmen der Körpertherapie angewandt werden können. Beispielsweise geht es bei der sensomotorischen Körpertherapie um die gezielte Berührung und Bewegung von schmerzhaften Körperstellen sowie um das An- und Entspannen bestimmter Muskelgruppen. Die integrative Körpertherapie hingegen enthält Übungen, die gezielt auf den Patienten zugeschnitten sind – zum Beispiel können entspannende Übungen Patienten mit innerer Unruhe helfen. Bei der Skan-Körpertherapie sollen blockierte Stellen im Körper über Atmung, Berührung und Bewegung gelöst werden. Sie basiert auf tiefenpsychologisch fundierten Verfahren, ähnlich wie die Konzentrative Bewegungstherapie (KBT), bei der über Körperübungen die Seele des Menschen erreicht werden soll. 

Chancen und Vorteile der Körpertherapie

Verdrängte Gefühle bewusst machen und den Körper besser kennenlernen als Chancen der Körpertherapie

Die Körpertherapie beinhaltet zahlreiche Verfahren, die sowohl die physische als auch die seelische Gesundheit behandeln, verbessern und stärken können. Die tiefenpsychologische Ausrichtung vieler Verfahren kann helfen, über den Körper und Bewegungen die verdrängten Erinnerungen, Erlebnisse oder Gefühle wieder ins Bewusstsein zu holen. Aufgrund des großen Angebots an Methoden können weitere unterschiedliche Wirkungen erzielt werden: So helfen die verschiedenen Therapien zum Beispiel dabei, Spannungen zu lockern, Achtsamkeit zu lehren oder dem Patienten zu zeigen, wie er seinen Körper besser kennenlernt. Somit geht es auch um gesundheitsvorbeugende Maßnahmen, damit der Patient die Signale seines Körpers früh erkennt und auf sie reagiert. Darüber hinaus kann der Patient viele Übungen auch in Eigenregie nach seinem Klinikaufenthalt oder der ambulanten Behandlung fortführen.