Systemische Therapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Systemischen Therapie

Besonderheit: Der Mensch und sein System im Mittelpunkt

Die Systemische Therapie ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept im Rahmen der Psychotherapien. Hierbei wird der Patient im Gegensatz zu anderen Therapien nicht nur als einzelne Person wahrgenommen, sondern die Systemische Therapie konzentriert sich vielmehr auf den Menschen in seinem sozialen Kontext und die einzelnen Mitglieder in seinem System. So kann die Systemische Therapie zum Beispiel den Patienten und seine Familie im Rahmen einer Familientherapie behandeln.

Ziel: Lösungen für Probleme im eigenen System durch psychologische Beratung erfahren

Kerngedanke der Systemischen Therapie ist die Annahme, dass der Schlüssel zum Verständnis und zur Veränderung von Problemen nicht ausschließlich in der zu behandelnden Person allein liegt. Vielmehr besteht das Problem in einem sozialen Zusammenhang. Es geht darum herauszufinden, welche Funktion die Erkrankung oder das psychische Symptom im System hat. Psychische Krankheiten werden als dysfunktionale Problemlösung verstanden, wobei der Patient als Symptomträger die „Krankheit des Systems" repräsentiert. Durch die Therapie soll der Betroffene Beratung erfahren, wie er in und mit seinem System eine funktionale Lösung finden kann. Die Sitzungen bei dieser Methode der Psychotherapie finden daher auch häufig im Kontext der Familie statt.

Psychotherapie und Beratung in einem

Die Systemische Therapie richtet sich an alle psychisch erkrankten Menschen, die in einen sozialen Kontext eingebunden sind und in diesem mit Problemen oder Konflikten zu kämpfen haben. Sie beschäftigt sich zunächst mit einem psychotherapeutischen Bereich, der sich der Heilung von psychosomatischen Problemen und Störungen aller Art widmet. Die Systemische Therapie adressiert zusätzlich aber auch einen Beratungsbereich und bietet Lösungen bei Generations-, Ablösungs-, Entscheidungs- oder Trennungsproblemen. Sie ist somit besonders sinnvoll für die Behandlung von Paar- oder Familienkonflikten. Sie kann auch hilfreich für Konflikte im beruflichen Umfeld des Patienten sein und ist damit auch eine Art systemische Beratung oder systemisches Coaching.

Dauer und Durchführung der Systemischen Therapie

Durchführung systemischer Sitzungen hat einen vielfältigen Charakter

Systemische Therapiesitzungen dauern in der Regel 50 Minuten. Im Gegensatz zu anderen Therapien findet diese Therapie in größeren Zeitabständen, meist von zwei bis vier Wochen, statt. Das Ziel der Therapie kann normalerweise in 20 bis 40 Stunden erreicht werden. Die Systemische Therapie ist gesprächs- und verhaltensorientiert. Sie wird in Einzel-, Paar- oder Gruppensitzungen sowie im Rahmen der Familientherapie durchgeführt. Der Therapeut begegnet dabei dem Patienten und seinem System sehr wertschätzend, empathisch und authentisch. Die Rolle des systemischen Therapeuten kann je nach Problem oder System variieren: So kann er beispielsweise die Haltung eines Experten oder die eines Partners einnehmen.

Verwendung von Fragen und metaphorischen Techniken zur systemischen Analyse

Während der Sitzung stellt der Therapeut sogenannte zirkuläre Fragen, mit denen die beteiligten Menschen herausfinden können, welchen Nutzen ein psychisches Symptom haben könnte. Durch teilweise humorvolle, konfrontative oder paradoxe Interventionen ermöglicht der Therapeut Aha-Effekte und Veränderungen im System. Die Systemische Therapie arbeitet oft mit metaphorischen Techniken. So kann zum Beispiel die Familienaufstellung visualisiert werden. Hierbei werden Familienmitglieder von einer Person im Raum aufgestellt, um Beziehungen der einzelnen Komponenten im System zu verdeutlichen.

Chancen und Vorteile der Systemischen Therapie

Selbstwert stärken und Beziehungen verbessern als Learnings aus der Therapie

Das grundsätzliche Ziel der Systemischen Therapie ist die Stärkung des Selbstwerts und der Autonomie der einzelnen Person beziehungsweise des einzelnen Mitglieds eines Systems. Zusätzlich können durch diese Therapiemethode der Zusammenhalt des Systems gefestigt und gleichzeitig auch seine Kommunikation verbessert werden. Des Weiteren hilft dieses psychotherapeutische Verfahren, schädigende Beziehungsmuster (beispielsweise innerhalb der Familie) nachhaltig zu verändern.