Sexualtherapie

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Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Sexualtherapie

Beschäftigung mit sexuellen Störungen steht im Fokus

Die Sexualtherapie behandelt sowohl sexuelle Funktionsstörungen als auch sexuelle Deviationen. Mit diesem psychotherapeutischen Verfahren sollen Stressfaktoren, die das Sexualleben und die sexuelle Gesundheit beeinträchtigen, gelöst sowie Konflikte in der Partnerschaft behoben werden. Des Weiteren sollen im Rahmen dieser Therapie traumatische Erfahrungen in der Kindheit oder mit vorherigen Partnern therapiert werden.

Erstes Behandlungsfeld: Sexuelle Funktionsstörungen als Auslöser für psychische Leiden

Mit sexuellen Funktionsstörungen sind Beeinträchtigungen im sexuellen Erleben gemeint, die durch physiologische Vorgänge wie fehlende Erregung oder Einschränkungen der Orgasmusfähigkeit ausgelöst werden. Dazu zählen auch die fehlende Lust auf Sexualität oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Frauen sind hier meist häufiger betroffen als Männer. Sexuelle Störungen können zu psychischem Leidensdruck bei den Betroffenen führen und damit ihre Lebensqualität vermindern sowie Beziehungen belasten. Die Sexualtherapie umfasst daher häufig auch eine Beratung von Partnern.

Zweites Behandlungsfeld: Abweichende Sexualität als weitere Ursache für seelische Belastungen

Sexuelle Deviationen als zweites Anwendungsfeld der Sexualtherapie beschreiben sexuelle Abweichungen von Menschen. Betroffene benötigen eine unübliche Art sexueller Stimulierung, beispielsweise ein irreguläres Sexualobjekt wie Kinder oder Tiere. Die dranghaften Bedürfnisse nach oftmals bizarren Vorstellungen oder Handlungen zur sexuellen Erregung beeinträchtigen die Erkrankten. Sie empfinden sich selbst meist als abweichend und "nicht normal", was sie zusätzlich belastet. Auch die Angst vor sexuellen Kontakten oder Beziehungen sorgt für Leidensdruck.

Sexualtherapie richtet sich an verschiedenste Störungen der Sexualität

Die Sexualtherapie richtet sich an alle Menschen, die unter sexuellen Funktionsstörungen leiden und daraus psychische Probleme oder Paarkonflikte entwickelt haben. Bei Paaren müssen jedoch beide Partner bereit sein, sich auf die Therapie einzulassen. Des Weiteren greift diese therapeutische Behandlungsform bei Betroffenen, die sexuelle Deviationen aufweisen. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit exhibitionistischen oder pädophilen Neigungen.

Dauer und Durchführung der Sexualtherapie

Sexuelle Störung bestimmt die Behandlungsdauer

Die Dauer dieser Form der Therapie hängt von den Schwierigkeiten ab, die zu bewältigen sind. Ein Paarkonflikt kann meist schneller therapiert werden als eine seit der Kindheit verankerte sexuelle Abweichung. So benötigen einige Patienten nur wenige Sitzungen, andere jedoch bis zu hundert Therapieeinheiten.

Sexualtherapeut analysiert Patient, Umfeld und Störungen in der Sitzung

Der Therapeut führt zu Beginn der Behandlung eine ausführliche Sexual- und Familienanamnese durch, um Erkenntnisse über gesammelte sexuelle Erfahrungen zu gewinnen. Auch Erfahrungen mit Beziehungen und die daraus resultierenden Werte und Normen werden erfasst. So stellt der Sexualtherapeut dem Patienten Fragen zu seiner Lebensgeschichte, seiner aktuellen Beziehung sowie zu seinem Sexualleben.

Verschiedenste psychotherapeutische Behandlungsformen können zum Einsatz kommen

Je nachdem, welche sexuellen Störungen der Betroffene hat, kann die Sexualtherapie beispielsweise im Rahmen einer Psychoanalyse mit Hilfe der Tiefenpsychologie, aber auch mithilfe einer (kognitiven) Verhaltenstherapie stattfinden. Bei Störungen in Folge von Traumata wie dem sexuellen Missbrauch in der Kindheit werden meist Traumatherapien eingesetzt. Des Weiteren können Sitzungen allein, aber auch als Sexualberatung mit dem Partner durchgeführt werden. Bei Problemen unter Paaren befasst sich zum Beispiel die systemische Sexualtherapie mit dem Patienten in seiner Beziehung zum Partner und deckt Störungen als Folge von Sexualkonflikten auf. Paare bekommen in der Therapie Aufgaben, die sie zuhause fortführen sollen, damit gelernte Inhalte verfestigt werden. Beispielsweise sollen sie lernen, die Funktionsweise ihres Körpers zu erfassen, Wünsche auszudrücken sowie über ihr sexuelles Erleben offen zu sprechen.

Chancen und Vorteile der Sexualtherapie

Gute Erfolgsaussichten und breites Anwendungsgebiet als Vorteile

Insbesondere bei Paarkonflikten sind die Erfolgsaussichten dieser Therapie sehr gut und können bereits mit wenigen Sitzungen behoben werden. Ein Vorteil der Sexualtherapie liegt in der Anwendung verschiedenster psychotherapeutischer Konzepte, sodass auch ein breites Spektrum an sexuellen Störungen behandelt werden kann.