Paartherapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten der Paartherapie

Konflikte in der Partnerschaft schaden der Seele

Eine Paartherapie kann dabei helfen, partnerschaftliche Konflikte, Krisen oder Streitigkeiten zu behandeln, die sich negativ auf den Alltag und die Beziehung zweier Menschen auswirken. Streitpunkte werden oft durch fehlende Kommunikation verursacht, beispielsweise wenn sich ein Partner trennen möchte und davor zurückschreckt, dieses Thema anzusprechen. Sexualität, Liebe aber auch Sucht oder Krankheiten können ebenfalls zu Konfliktthemen werden. Eine dauerhaft belastende Partnerschaft kann zu psychischen Erkrankungen wie Stress führen und schädigt die Seele des Menschen nachhaltig.

Paartherapie schafft die Basis für ein neues Miteinander

Im Rahmen der Paartherapie werden bestehende Probleme identifiziert, Ursachen ergründet sowie Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen, die neue Wege in der Beziehung eröffnen. Wichtig ist dabei, Verständnis für den Partner und seine Situation zu erlangen, sodass Probleme von beiden Seiten aus betrachtet werden können. Damit die Paarberatung erfolgreich sein kann, müssen sich beide Partner eingestehen, dass ihre Beziehung Hilfe benötigt. Ebenso müssen sie die Bereitschaft aufbringen, gemeinsam an ihren Konflikten zu arbeiten, statt die Beziehung einfach aufzugeben.

Dauer und Durchführung der Paartherapie

Individuell unterschiedliche Dauer und verschiedene Therapieverfahren

Die Dauer der Paartherapie richtet sich nach den aufzuarbeitenden Problemen der Partner und ist damit individuell. Einige Konflikte können schneller gelöst werden als andere. In der Regel werden für eine Paartherapie zehn bis 15 Sitzungen veranschlagt. Häufig sind nach der Behandlung aber noch weitere Stunden notwendig, damit Paare das Gelernte wirklich umsetzen und nicht in alte Verhaltens- und Beziehungsmuster zurückfallen. In der Paarberatung kann mit unterschiedlichen Verfahren der Psychotherapie gearbeitet werden, die oft kombiniert werden. So hilft zum Beispiel die systemische Therapie, das Beziehungsgefüge zu erfassen, zu analysieren und neu zu gestalten. Mit dem tiefenpsychologischen Ansatz können Gefühle und Erlebnisse aus der Kindheit aufgedeckt werden, die sich auf die aktuellen Konflikte auswirken. Eine Verhaltenstherapie kann helfen, verfestigtes Verhalten in der Partnerschaft zu lösen und neue Handlungsweisen zu erlernen.

Die Zielfestlegung bestimmt die Gestaltung der Therapiesitzungen

Die Sitzungen finden idealerweise mit beiden Partnern statt, damit der Paartherapeut beide Positionen kennenlernt und Konflikte aus zwei Perspektiven geschildert bekommt. Zu Beginn der Therapie legen alle Beteiligten die Ziele fest und klären, woran gearbeitet werden soll. Je nachdem, ob ein Paar sich trennen möchte oder das Fortbestehen der Partnerschaft angestrebt wird, werden die Sitzungen anders gestaltet.

Verständnis, Akzeptanz und gemeinsames Arbeiten an Problemen sind wichtig für die Problemsuche

Nach der Zielfestlegung beginnt die Problemsuche. Der Therapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Paar, wo Streitpunkte liegen und geht den Ursachen dafür nach. Verständnis ist dabei ein wichtiger Wert, den Paare aufbringen müssen. Die Therapie verfolgt nicht das Ziel, einen einzelnen Menschen zurechtzubiegen, sondern ihn dazu zu bringen, den Konflikt aus der Situation des Anderen zu betrachten. Dazu ist es wichtig, dass offen über Bedürfnisse, Ängste und Probleme gesprochen wird. Da beide Partner für ihre Probleme gemeinsam verantwortlich sind, müssen sie ein gegenseitiges Verständnis schaffen und Akzeptanz füreinander entwickeln. So können die Ursachen für Konflikte besser nachvollzogen und bearbeitet werden.

Nach der Problemsuche werden Lösungswege miteinander erarbeitet

Im weiteren Verlauf der Therapiesitzungen geht der Fokus von der Problemsuche in die Erarbeitung von möglichen Lösungswegen über. Das Paar soll lernen, wie es bestehende Konflikte aus dem Weg schaffen und vorbeugen kann, dass Probleme nicht erneut auftreten. Dabei werden vor allem die positiven Eigenschaften beider Partner genutzt. Denn insbesondere bei lang andauernden oder tief gehenden Konflikten versteifen sich Partner über die Zeit hinweg nur in die negativen Eigenschaften des jeweils anderen. In der Paarberatung sollen sie lernen, wieder die guten Eigenschaften aneinander zu sehen und diese als Basis dafür zu nutzen, zu Zweit an der Zukunft zu arbeiten. Beispielsweise wird gelernt, Streits nicht durch unsachliche, sondern durch konstruktive Kommunikation zu regeln. Statt Vorwürfe und Unverständnis können Lob und Dank entgegengebracht werden. Nach der Therapiesitzung sollen die Paare zu Hause die gelernten Lösungsmöglichkeiten anwenden und in der nächsten Sitzung gemeinsam mit dem Therapeuten reflektieren.

Chancen und Vorteile der Paartherapie

Möglichkeit eines neuen Miteinanders und Therapeut als Vermittler

Ähnlich wie die Dauer einer Paarberatung sind auch die Erfolgsaussichten individuell und hängen davon ab, ob beide Partner bereit sind, gemeinsam an ihrer Beziehung arbeiten zu wollen. Viele Menschen entscheiden sich zu spät für eine Beratung, da sie sich nicht eingestehen möchten, eine ungesunde Beziehung zu führen. Sind beide Partner aber positiv eingestellt, so kann die Paartherapie eine professionelle Hilfe für eine verbesserte Beziehung oder gar die Basis für ein neues Miteinander sein. Ein weiterer Vorteil der Therapie liegt in der Person des Therapeuten als neutraler Dritter oder Vermittler. Er kann helfen, verhärtete Fronten zu glätten und Streit zu schlichten. Insbesondere bei lauten Auseinandersetzungen kann er situationsspezifisch eingreifen, analysieren und Lösungsvorschläge aufzeigen. Er hat darüber hinaus mit der Gestaltung der Sitzungen einen großen Einfluss auf das Paar. Durch gezielte Fragen oder die Lenkung der Gespräche können gewünschte Reaktionen leichter hervorgerufen werden.