Präsenztherapie

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Worum geht es bei der Präsenztherapie?

Die Präsenztherapie wurde aus der Präsenztheorie abgeleitet, die sich im Umfeld weltweit führender Universitäten (u.a. Stanford) etabliert hat. Sie wurde anschließend wissenschaftlich fundiert als Präsenztherapie in die psychotherapeutische Praxis überführt. Bei der Präsenztherapie werden der Patient mit seiner vielschichtigen Erlebniswelt in jedem Moment seines Alltags und das Erleben des Hier und Jetzt in den Mittelpunkt des therapeutischen Handelns gestellt. Bindung, Unmittelbarkeit, Körperlichkeit und Nahbarkeit spielen hier eine zentrale Rolle. 

Was sind Präsenzerlebnisse?

Im Rahmen der Therapie wird versucht, den Patienten einen Moment in allen seinen Facetten erleben zu lassen und ihn in einen sogenannten “Flow” zu versetzen. Dabei fällt der Patient – ohne es zu bemerken – für einen kurzen Moment aus jeglichem rationalen Denken und spürt nur das Hier und Jetzt. Er erlebt dabei Unmittelbarkeit und Verbundenheit. Dieses zutiefst menschliche Erleben stellt für den Patienten einen besonderen Moment dar und kann als Grundlage für das Erstarken der eigenen Gefühlswelt genutzt werden. Es geht beim Präsenzerleben auch um das Empfinden von Resonanz: beim Resonanzgefühl schwingt der menschliche Körper im gleichen Rhythmus wie die Dinge der Welt. Solche Präsenzphänomene, in denen der Mensch für einen kurzen Moment in einen Flow versetzt wird, sind nicht wiederholbar, sondern einzigartig und spontan.

Wie wird die Präsenztherapie angeboten?

Die Präsenztherapie beschreibt im weiteren Sinne die Gesamtheit aller Methoden, die zur Förderung des Präsenzerlebens der Patienten eingesetzt werden. Sie ist damit ein Therapieansatz, der für sich allein oder im Rahmen anderer Therapieverfahren - insbesondere Körper- und Sporttherapien sowie des psychodynamischen Verfahrens – zum Einsatz kommt. Präsenztherapeutische Methoden sind eine wichtige Ergänzung zur klassischen Psychotherapie, da sie das therapeutische Erforschen und Durchdenken um gefühlsorientiertes Erleben erweitern. Im engeren Sinne werden beispielsweise auch im Rahmen klassischer Psychotherapiesitzungen Techniken eingesetzt, um die Sinne für den Augenblick jenseits von Nachdenken, Interpretieren und Kontrollieren zu schärfen.

Für wen ist die Präsenztherapie geeignet?

Die Präsenztherapie eignet sich besonders für alle Patienten, bei denen das bewusste Erleben des Moments mit all seinen Emotionen in den Hintergrund geraten ist, beispielsweise bei Patienten mit Burnout-Erkrankungen oder Depressionen. Sie zeichnen sich durch Antriebs-, Hoffnungs- und Gefühllosigkeit bei gleichzeitig starkem, rationalem Nachdenken aus. Hinzu kommt bei ihnen meist das Leiden unter fehlendem Körpergefühl. Präsenztherapeutische Maßnahmen können insbesondere diesen Menschen helfen, aus ihrem rationalen Denken zu entfliehen und sich voll auf den Moment mit all seinen Facetten und Gefühlen zu konzentrieren.