Autogenes Training

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Allgemeine Informationen und Besonderheiten des Autogenen Trainings

Entspannung über Selbstbeeinflussung herbeiführen als Besonderheit

Das Autogene Training ist ein Basisverfahren im Bereich „Entspannung und Körperwahrnehmung" und Bestandteil der multimodalen Psychotherapie. Diese Methode der Präsenztherapie basiert auf Autosuggestion (Selbstbeeinflussung) und geht davon aus, dass die meisten Menschen mithilfe ihrer Vorstellungskraft einen Zustand tiefer Entspannung erreichen können („konzentrative Selbstentspannung"). Autogenes Training kann durch verschiedene Übungen erlernt werden. Mithilfe suggestiver Techniken wird der Mensch im Rahmen der Therapie angeleitet, Entspannung herbeizuführen, die Wahrnehmung seines Körpers zu verbessern und Selbstwirksamkeit zu erleben.

Besonders geeignet für Menschen mit Stress

Autogenes Training als Form der Präsenztherapie wird vor allem bei Menschen in Stresssituationen oder bei Menschen mit innerer Unruhe und Angespanntheit angewandt. Gleichzeitig hilft das Autogene Training auch fast allen psychisch erkrankten Patienten. Das autogene Entspannungsverfahren findet ebenfalls Anwendung bei Nervosität, Schlafstörungen und psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen oder Bluthochdruck. Zu beachten gilt hier aber, dass Autogenes Training bei bestimmten Krankheiten nur ergänzend eingesetzt werden kann. Des Weiteren sollten Patienten die Fähigkeit zur Konzentration sowie zum klaren Denken mitbringen, bevor sie sich auf Autogenes Training einlassen.

Dauer und Durchführung des Autogenen Trainings

Dauer: Autogenes Training kann immer wieder angewendet werden

Eine Trainingseinheit dauert etwa 20 bis 45 Minuten und besteht aus unterschiedlichen Übungen. Häufig reichen wenige Stunden aus, in denen die Grundstufen des Autogenen Trainings erlernt werden können. Über welchen genauen Zeitraum Autogenes Training fortgeführt werden sollte, ist unterschiedlich, da es keine vorgeschriebene Dauer gibt. Oft wird Autogenes Training als ergänzende Methode im Rahmen einer anderen Therapie angeboten, womit die Dauer auch von der entsprechenden Krankheit der Betroffenen und ihrer Therapiemaßnahme abhängig ist. Autogenes Training kann, einmal erlernt, immer wieder angewendet werden.

Durchführung: Gezielte Übungen lassen den Körper entspannen

Autogenes Training wird entweder in Einzelsitzungen oder in der Gruppe durchgeführt. Die Sitzungen finden dabei sowohl sitzend als auch im Liegen statt. Der Patient lernt im Rahmen des Autogenen Trainings verschiedene Entspannungstechniken. Beispielsweise helfen Übungen zum Erleben von Schwere, die Muskulatur zu erschlaffen, während Übungen zum Erleben von Wärme die Blutgefäße erweitern. Auch können Organübungen angewandt werden, in denen beispielsweise ein entspanntes Atmen trainiert wird.

Autosuggestion als Schlüssel zum Erfolg

Beim Autogenen Training und seinen Übungen spielt vor allem das Prinzip der Autosuggestion eine wichtige Rolle. Durch die gedankliche Selbstbeeinflussung lässt sich der Körper in diversen Übungen in einen ruhigen Zustand versetzen. Während der jeweiligen Übung spricht sich der Trainierende bestimmte autosuggestive Formeln immer wieder vor, zum Beispiel: "Ich werde ganz ruhig atmen". Er konzentriert sich dabei genau auf den genannten Körperbereich und stellt sich somit einen ruhigen Atem vor. Danach kommt er tatsächlich zur Ruhe. Die Wirkung der Autosuggestion beruht darauf, dass ein ruhiger körperlicher Zustand die Beruhigung des psychischen Zustands hervorrufen kann. Am Ende des Trainings wird die Umschaltung in den ruhigen Körperzustand wieder zurückgenommen, indem der Patient sich selbst suggeriert, dass er wieder wach und aktiv ist.

Chancen und Vorteile des Autogenen Trainings

Vorteile: Vielfältig einsetzbar und nachhaltig anwendbar

Der Vorteil des Autogenen Trainings ist zum einen sein breites Anwendungsfeld. So kann Autogenes Training als begleitende Maßnahme im Rahmen einer anderen Therapieform angewandt werden, hilft aber auch Menschen mit Stress, zu entspannen. Gleichzeitig liegt ein großer Vorteil in der Autosuggestion, sodass Autogenes Training sehr nachhaltig ist und Patienten es auch über die Dauer der Therapie hinaus selbstständig anwenden können. Hinzu kommt, dass bei sachgemäßer Anwendung kein Risiko durch Autogenes Training besteht.