Selbsttest für Persönlichkeitsstörung

Sie suchen nach einem Selbsttest „Persönlichkeitsstörung“ – vermutlich um zu testen, ob bei Ihnen eine solche Störung vorliegt. Das bedeutet, dass Sie offensichtlich das Gefühl haben, dass womöglich etwas in Ihrer Persönlichkeit nicht stimmt, weil Sie im Kontakt mit sich und/oder anderen Menschen häufiger irgendwie geartete leidvolle Erfahrung gemacht haben.

Selbsttests für Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörung

Wir haben für Sie zwei Selbsttests entwickelt, die Sie einzeln oder auch beide durchführen können:

  1. Der Selbsttest „Persönlichkeit“ gibt Ihnen Auskunft darüber, ob Sie eher ein „Abenteurer“-Typus oder ein „Vorsichtig“-Typus sind.
  2. Der Selbsttest „Persönlichkeitsstörungen“ gibt Ihnen Hinweise, wie gut Sie mit Ihrer Persönlichkeit mit sich Selbst und/oder Ihren Mitmenschen klarkommen und ob es Anzeichen einer echten behandlungsbedürftigen „Persönlichkeitsstörung“ gibt.

Bevor Sie unsere Selbsttests durchführen, sollten Sie sich mit unten stehenden  Informationen vertraut machen, um Ihr Selbsttest-Ergebnis für sich richtig einordnen zu können. Bitte beachten Sie, dass die beiden Tests lediglich als Anhaltspunkt und erste Hilfestellung dienen sollen und keinesfalls die Diagnose durch einen Facharzt ersetzen. Die Bearbeitung der Tests ist anonym und vertraulich, dementsprechend können Ihre Eingaben nicht mit Ihrer Person in Verbindung gebracht werden.

Welcher Persönlichkeits-Typus sind Sie? Machen Sie den Selbsttest.

Haben Sie eine Persönlichkeitsstörung? Machen Sie den Selbsttest.

Die menschliche Persönlichkeit

Unsere menschliche Persönlichkeit lässt sich grob vereinfacht in Temperament und Charakter unterteilen. Temperament meint all jene Persönlichkeitsanteile, die im Wesentlichen angeboren und genetisch fixiert sind, sich also im Laufe des Lebens nur unwesentlich verändern können. Charakter meint all jene Persönlichkeitsanteile, die durch Umwelteinflüsse (insbesondere in Kindheit und Jugend) ausgestaltet und geprägt werden, und im Erwachsenenalter insbesondere durch Bindungserfahren verändert werden können. Darüber hinaus spielen in die Gesamtpersönlichkeit natürlich noch viele andere Aspekte hinein, wie z.B. Körperlichkeit, Emotionale Kompetenzen, musikalische- und künstlerische Fähigkeiten.

Die „Abenteurer“ und die „Vorsichtigen“

Bedeutsam aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht sind zunächst zwei polar scheinende Temperamente, nämlich zum einen der „Neugierig-explorative Typus“, im Weiteren als „Abenteurer“ bezeichnet, und zum anderen der „Ängstlich-vermeidende Typus“, im Weiteren als „Vorsichtig“ bezeichnet. Alle Menschen haben eine Art Mischung dieser beiden polar erscheinenden Grundtemperamente, wobei es Menschen gibt, die die eine oder die andere Temperamentsform besonders stark ausgeprägt haben.

Grob vereinfacht kann man sagen, dass ein „Vorbeileben“ am eigenen Grundtemperament zu seelischem Leiden führen kann. Beispielsweise wäre es für Reinhold Messner seelisch sehr ungesund gewesen, wenn er als „Abenteurer“ seinem Drang nach Abenteuern nicht nachgegangen wäre. Andererseits gibt es Menschen, die Abenteuer und Risiko vermeiden (sollten), wenn sie zum „Vorsichtig“-Typus gehören, und sich auch nicht „gegen ihre Natur“ zu allzu riskanten Abenteuern zwingen sollten.

Unser Selbsttest „Persönlichkeit“ kann Ihnen einen ersten groben Hinweis auf Ihr Temperament hinsichtlich „Abenteurer“-Typus versus „Vorsichtig“-Typus geben.

Nicole Steffens

Nicole Steffens

Patientenmanagerin Schloss Gracht

Wir sind für Sie da

Wenden Sie sich an unsere Experten für weitere Hilfestellung.

Was ist eine Persönlichkeitsstörung?

­­Aufgeschlossen, gesellig, empathisch, verletzlich oder ängstlich - jeder Mensch weist persönliche Eigenschaften auf. Unsere Persönlichkeit ist individuell ausgeprägt und mitunter eng mit unserem Denken, Verhalten und unseren Gefühlen verknüpft. Wenn einige Persönlichkeitsmerkmale allerdings einen erheblich negativen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden nach sich ziehen und das Alltagserleben mit anderen Menschen durch sogenannte Persönlichkeitsstörung dahinterstecken. Diese ist multifaktoriell und kann sich in verschiedenen psychischen Störungen äußern.  Alle Störungen haben gemeinsam, dass man sich an bestimmte Verhaltensmuster und einen emotionalen Sog klammert, welche deutlich von der sozialen Norm abweichen. Man ist nicht imstande, diese zu ändern.Insbesondere auf die Affektivität, Impulskontrolle und die Wahrnehmung bzw. das Denken wirkt sich eine Persönlichkeitsstörung aus. Da Erkrankte ihre Verhaltensmuster nur schwer anpassen können, kommt es häufig zu Konflikten mit anderen Menschen. Negative Erfahrungen lösen jedoch keine Änderung des Verhaltens oder des Denkens aus, auch der Gefühlszustand des von der psychischen Krankheit Betroffenen bleibt derselbe. Durch die psychische Erkrankung sind häufig sämtliche Bereiche des Lebens eingeschränkt – was zu einer starken seelischen Belastung führen kann. Das soziale Umfeld kann ebenfalls durch die Störung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Nicole Steffens

Nicole Steffens

Patientenmanagerin Schloss Gracht

Wir sind für Sie da

Eine Persönlichkeitsstörung kann verschiedene Ausprägungen haben. Sollten Sie Anzeichen bei sich erkennen, konsultieren Sie einen Arzt.

Verschiedene Arten von Persönlichkeitsstörungen

Es lassen sich eine Reihe unterschiedlicher Störungen differenzieren. Diese unterscheiden sich in ihrer Symptomatik und damit auch in der Behandlung. Im Nachfolgenden erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Arten, die gemäß des DSM-5 (fünfte Auflage des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) klassifiziert werden.

Antisoziale Persönlichkeitsstörung

Die Symptome einer antisozialen bzw. dissozialen Persönlichkeitsstörung spiegeln sich in einem Verhalten, das durch Impulsivität, Aggressivität und Verantwortungslosigkeit geprägt ist. Betroffenen fällt es schwer, sich gemäß bestehender Gesetze oder gesellschaftlicher bzw. ethischer Normen zu verhalten sowie emotionale Bindungen einzugehen. Merkmale sind außerdem ein egozentrischer und gefühlskalter Umgang mit anderen, Unehrlichkeit, der Hang zur Manipulation und zu riskantem Verhalten.

Menschen mit Antisozialer Persönlichkeitsstörung verfügen typischerweise über einen Mangel an Empathie bzw. Nähe und haben Schwierigkeiten mit der eigenen Identität sowie ihrer Selbststeuerung.

Um diese Art der Persönlichkeitsstörung zu behandeln, wird in der Regel auf psychotherapeutische Ansätze zurückgegriffen. Die Therapie zielt darauf ab, soziale Kompetenzen zu steigern, mithilfe derer Impulse zu rücksichtslosem Verhalten besser kontrolliert werden können. Zudem wird in der Therapie angestrebt, das Empathieempfinden der Erkrankten gegenüber anderen Menschen zu verbessern.

Schizotype Persönlichkeitsstörung

Patienten, die an einer schizotypischen Persönlichkeitsstörung leiden, meiden soziale Kontakte und leben oftmals zurückgezogen. Menschen, die von dieser Störung betroffen sind, zeigen in vielen Situationen unpassendes Verhalten, was auf andere Menschen häufig befremdlich und eigenartig wirkt. Charakteristisch für diese psychische Krankheit sind unbeständige persönliche Ziele, ein verzerrtes Selbstbild sowie eine verzerrte Wahrnehmung und Misstrauen gegenüber anderen. Auch hier sind Schwierigkeiten in der Identität, Selbststeuerung und Empathie bzw. Nähe symptomatisch.

Hinsichtlich der Behandlung greift man primär auf die Psychotherapie zurück. Im Rahmen der Therapie werden Patienten ermutigt, soziale Kontakte zuzulassen und eine kritische Haltung gegenüber bizarren Ideen einzunehmen.

Schloss Gracht bietet einen Rückzugsort, an dem wir Sie auf dem Weg zu Ihrer Genesung begleiten.

Zwanghafte Persönlichkeitsstörung

Symptome einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung äußern sich in starrem Perfektionismus, niedriger Anpassungsfähigkeit und klaren bis verbissenen Vorstellungen von Abläufen, Handlungen und Regeln. Werden diese subjektiven Regeln von anderen Menschen nicht eingehalten, haben Betroffene häufig das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Auch die emotionale Ausdrucksfähigkeit ist bei Menschen mit dieser Erkrankung eingeschränkt. Charakteristisch sind überdies Schwierigkeiten mit der Selbststeuerung, Empathie bzw. Nähe und der eigenen Identität.

In der Behandlung ist es nicht das Ziel, grundsätzlich positive Persönlichkeitseigenschaften der Patienten wie beispielsweise Gewissenhaftigkeit zu verändern, sondern vielmehr den Umgang mit Konfliktsituationen zu erlernen sowie neuen Erfahrungen offener entgegenzutreten.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Patienten, die an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden, zeigen selbstbezogenes und egozentrisches Verhalten. Innerlich leiden sie jedoch an einem schwankenden und verletzlichen Selbstwertgefühl. Um dieses zu stabilisieren, bemühen sich die von der Störung Betroffenen um Aufmerksamkeit und Anerkennung - auch die Bestätigung der eigenen Grandiosität dient der Festigung des Selbstwerts.

Charakteristisch für die psychische Störung sind Schwierigkeiten mit Empathie und Nähe, der Selbststeuerung und der eigenen Identität.

Die gängigste Behandlungsmethode ist die Psychotherapie. Da Narzissten ihr Selbstbild als großartige, mächtige und besondere Person meist nicht infrage stellen möchten, ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung oft schwer behandelbar. Für gewöhnlich suchen Erkrankte nicht von sich aus die Therapie auf. Meist liegen die Gründe für eine Therapie in anderen psychischen Erkrankungen.

Nicole Steffens

Nicole Steffens

Patientenmanagerin Schloss Gracht

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Unsere Experten helfen Ihnen dabei, mit Ihrer Persönlichkeitsstörung umzugehen.

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Eine Borderline-Störung ist häufig durch starke Stimmungsschwankungen und impulsives Verhalten gekennzeichnet.  Patienten mit Borderline-Syndrom sind oft emotional instabil und haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu kontrollieren. Typischerweise schwanken die eigenen persönlichen Ziele sowie das Selbstbild der Erkrankten. Auch fällt es ihnen schwer, stabile Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Zudem manifestiert sich eine Borderline-Persönlichkeitsstörung in Risikoverhalten und/oder Feindseligkeit. Bei dieser psychischen Störung zeigen sich typischerweise Schwierigkeiten mit Empathie und Nähe, der Selbststeuerung und der Identität.

Das zentrale Element zur erfolgreichen Behandlung einer Borderline-Störung bildet die Psychotherapie. Unterstützend werden in der Therapie meist bestimmte Medikamente eingesetzt.

Vermeidend-Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

Menschen, die von der Vermeidend-Selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung betroffen sind, sind meist äußerst ängstlich in Bezug auf soziale Situationen und haben große Sorgen vor Zurückweisungen, negativer Beurteilung und Bloßstellungen. Symptome sind außerdem Gehemmtheit in sozialen Interaktionen sowie das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit bzw. der Minderwertigkeit. Infolgedessen ziehen sich Betroffene aus dem sozialen Umfeld stark zurück. Typischerweise zeigen sich bei Menschen, die von dieser Störung betroffen sind, Schwierigkeiten mit Empathie und/oder Nähe, der Selbststeuerung und der Identität.

Ein zentrales Element zur Behandlung ist das Trainieren und Festigen sozialer Kompetenzen, um das Selbstbewusstsein der Patienten zu stärken.

Diagnose und Therapie von Persönlichkeitsstörungen

Die Diagnose wird durch Fachärzte der Psychiatrie oder Psychotherapeuten gestellt, allerdings ausschließlich bei volljährigen Personen. Grund dafür ist, dass sich die Persönlichkeit im Laufe der Jugendzeit noch entwickelt. Daher sollte eine zu frühe Diagnose vermieden werden.

Da jede Störung höchst individuell ausgeprägt ist, zielt auch die Verhaltenstherapie auf eine individuelle Behandlung ab. Außerdem werden weitere psychische Erkrankungen in den Fokus gerückt, um ein ganzheitliches Krankheitsbild erstellen zu können. Eine langfristige Therapie kann das Wohlbefinden des Betroffenen deutlich steigern.

Neue Art der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen

Fachexperten haben für die Weltgesundheitsorganisation WHO ein neues Klassifikationssystem von „Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörungen“ (ICD-11) entwickelt, das im Jahre 2022 offiziell eingeführt wird. Dieses ermöglicht die Sichtweise, dass viele Persönlichkeitsanteile von Individuen (Charakteranteile) wesentlich durch Kindheitserfahrungen geprägt werden und dementsprechend auch durch korrigierende Beziehungserfahrungen („zufällige“ glückliche Partnerschaften, gute „psychotherapeutische Beziehungserfahrungen“ etc.) verändert und in ein glücklicheres Leben umgestaltet werden können.

Diese neue Art von Diagnostik ist derart komplex, dass unser Selbsttest “Persönlichkeitsstörungen” Ihnen nur erste Ansatzpunkte liefern kann, wie Ihre Persönlichkeit womöglich ausgestaltet ist und ob für Sie eine ggf. weiterführende professionelle Diagnostik empfehlenswert ist.

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