Eine lange Tradition

Seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1433 blickt Schloss Gracht auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Ursprünglich diente das Schloss als Nebenhof des Hauses Buschfeld. Erst im Jahr 1500 wurde die zweiteilige Burganlage gebaut, die bis 1538 im Besitz der Familie von Buschfeld war. Ab 1538 ging das Schloss in den Stammsitz der Familie Wolff-Metternich über.

Über 400 Jahre sollte es als Fürstensitz dienen und wurde dabei mehrfach verändert – dem Geschmack der jeweiligen Epoche entsprechend. Im Jahr 1658 wurde das Gebäude zu einem ansehnlichen Schloss umgebaut. Insbesondere die Gartenanlagen, die heute nur noch zum Teil erhalten sind, wurden über die Jahrhunderte immer wieder dem geltenden Zeitgeist angepasst. 1683 noch als barocke Anlage entworfen, wurde der Park ab 1722 vom Landschaftsarchitekten G. L. Pictorius als Ziergarten nach französischem Muster umgestaltet.

Zur langen Geschichte des Schlosses und seiner Anlage gehören aber auch Rückschläge. Während der Zeit der französischen Verwaltung diente Schloss Gracht als Lazarett. Es wurde in einem schlechten Zustand – nahezu als Ruine – verlassen. Das Herrenhaus wurde in den 1850er-Jahren fertiggestellt. Ein Brand zerstörte 1878 jedoch weite Teile des Gebäudes. Der Wiederaufbau erfolgte ab 1879. Dabei wurde die Vorburg in Form des langen, zweistöckigen Backsteinhauses mit seinen stufenartigen Gibeln wieder hergestellt, die bis heute noch erhalten sind.

Im Jahr 1957 wurde das Schloss mit den dazugehörigen Ländereien an die Gemeinde Liblar verkauft. Im weiteren Fortbestehen beherbergte es ein Hotel, eine Ausbildungsstätte des Goethe-Instituts und das “Universitätsseminar der Wirtschaft (USW)”. Die European School of Management and Technology (ESMT) hatte ab 2004 ihren Sitz auf dem Schloss. Seit Dezember 2018 ist Schloss Gracht Teil der Dr. Karsten Wolf AG und dient als private Akutklinik für psychodynamische Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, in der Menschen mit stressbedingten Belastungsfolgen behandelt werden.