Zuckungen

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Zuckungen

Was sind Zuckungen?

Unter Muskelzuckungen versteht man Kontraktionsbewegungen der Muskulatur, die unwillkürlich und plötzlich einsetzen. Sie treten an verschiedenen Muskelgruppen oder dem ganzen Körper auf und können sich in unterschiedlich starken Muskelkontraktionen manifestieren. Diese treten rhythmisch oder arhythmisch auf und können einmalig vorkommen oder mehrmals nacheinander. Dabei kann die Ursache harmlos sein oder in einer ernsten Erkrankung begründet liegen.

Welche Formen von Zuckungen gibt es?

Es lassen sich unterschiedliche Formen von Muskelzucken ausmachen. Verkrampft sich die gesamte Muskulatur wie bei einer Epilepsie, so sind die Muskelkontraktionen deutlich in ausladenden Bewegungen sichtbar. Medizinisch wird hier von Myoklonien gesprochen. Diese können, wie beim Aktionsmyoklonus zum Teil durch willkürliche Bewegungen ausgelöst oder durch Umweltreize initialisiert werden, wie es beim Reflexmyoklonus üblich ist. Zu diesen möglichen Umweltreizen gehören Licht, Berührung und Geräusche.

Die unwillkürliche Kontraktion von kleinen Muskelbündeln, den sogenannten Faszikeln, wird als leichtes Zittern unter der Haut wahrgenommen. Es ist aber kaum sichtbar und wird als Faszikulation beschrieben. Diese lassen sich in gutartige und pathologische Faszikulationen unterscheiden, wobei letzteren meist ein ernsthaftes Krankheitsbild zugrunde liegt.

Betroffen können verschiedene Muskelgruppen sein:

  • Gesichtsmuskulatur (z. B. Zucken des Augenlids),
  • Muskulatur der Arme,
  • Muskulatur der Beine,
  • Rumpfmuskulatur (selten).

Bei einer Wiederholung von rhythmischem Zucken der Muskeln, das sich als Zittern manifestiert, wird auch von einem Tremor gesprochen. Eine Parkinson-Erkrankung bringt beispielsweise oft einen starken Tremor als Symptom mit sich.

Es lassen sich folgende Arten der Zuckungen unterscheiden:

  • Zucken einzelner Muskelfasern, ohne dass es zu einem Bewegungseffekt kommt (Fibrillation),
  • Zucken einzelner Muskelbündel, die zwar gespürt werden, aber keinen wirklichen Bewegungseffekt hervorrufen (Faszikulation),
  • Zucken des gesamten Muskels, bei der es zu Bewegung kommen kann, aber nicht muss (Myoklonien),
  • Zucken mehrerer Muskelpartien, die sich in einem regelmäßigen Zittern als Bewegungseffekt äußert (Tremor).

Entstehung von Zuckungen

Wie kommt es zu Zuckungen? Welche Ursachen können dazu führen?

Zuckungen können Teil des Krankheitsbildes, also Symptom verschiedener neurologischer Erkrankungen sein. So können Störungen in Gehirn und Rückenmark, also im Nervensystem oder den Nervenzellen der Muskulatur zu einer ungewollten Kontraktion führen und damit Ursache für ein Zucken sein.
Für das Auftreten von plötzlichem Zucken in Teilen des Körpers kann aber auch eine Reihe von psychischen Erkrankungen Ursache sein. So z.B. Tic-Störungen (Tourette Syndrom), Dissoziative Störungen („Kriegszitterer“) und PTSD.
Auch harmlose Ursachen können Kontraktionen als Symptom hervorrufen. Dazu gehören die Nutzung von stimulierenden Substanzen wie Koffein oder die Einnahme von Alkohol und Drogen. Ebenso können ein Mangel an Magnesium, eingeklemmte Nerven oder Unterzuckerung dazu führen, dass die Symptome auftreten.

Behandlung von Zuckungen

Was kann man gegen Zuckungen tun? Wie kann man Zuckungen behandeln?

In weniger schweren Fällen kann die psychische Ursache der Muskelzuckungen mit Methoden wie Psychotherapie, Entspannungsverfahren, Sport und Bewegungstherapie behandelt werden. Eine medikamentöse Behandlung ist ebenfalls üblich, um die auftretenden Symptome zu behandeln.