Vergesslichkeit / Konzentrationsschwäche

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen

Was sind Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen?

Vergesslichkeit ist eine Gedächtnisstörung, bei der Erinnerungen nicht richtig aus dem Gedächtnis geholt werden und auch die Merkfähigkeit beeinträchtigt wird. Vergesslichkeit ist dabei aber nicht immer schlecht und bedeutet nicht automatisch Alzheimer. Beispielsweise gibt es viele Menschen, die sich neue Namen in Vorstellungsrunden nicht auf Anhieb merken können oder vergessen, wo ihr Schlüssel liegt. Vorübergehende Vergesslichkeit ist meist nur ein Hinweis auf Überforderung, eine Konzentrationsschwäche oder Konflikte. Anhaltende Vergesslichkeit kann dagegen ein erstes und ernstzunehmendes Anzeichen von Demenz sein.

Bei Konzentrationsschwächen als weiterer Form einer Gedächtnisstörung können sich Betroffene nicht mehr richtig auf eine Sache konzentrieren und haben Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken. Ihre Gedanken schweifen oft ab und sie befassen sich mit anderen Dingen. 

Ursachen und Ausprägungen von Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen

Wie entstehen Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen?

Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen können in Folge von Stress, körperlicher und seelischer Erschöpfung sowie Müdigkeit entstehen, da durch diese Belastungen die kognitive Leistungsfähigkeit abnimmt. Des Weiteren bedingen Flüssigkeits- und Nahrungsmangel, aber auch Alkoholmissbrauch und Medikamente wie Beruhigungsmittel das Vergessen sowie die Konzentration. Auch Krankheiten, die den Körper schwächen, können Gedächtnisstörungen verursachen, beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen, Herzschwächen, Fieber, Vitamin-B12-Mangel-Anämie oder Infektionen.

Bei welchen seelischen Erkrankungen treten Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen auf?

Bei einer Depression können kognitive Einbußen so stark ausgeprägt sein, dass man von einer „Pseudodemenz“ spricht. Hier kann es auch zu Aufmerksamkeitsdefiziten und Störungen der Konzentration kommen. Da der Körper ohnehin schon mit Antriebslosigkeit und Schlaflosigkeit belastet ist, fällt Betroffenen auch das Denken schwerer. Sie leiden nicht nur unter negativen Gedanken, sondern werden auch in ihrer kognitiven Leistung gehemmt. Dinge zu planen, Ziele zu definieren oder eigene Entscheidungen zu treffen, fällt ihnen dabei besonders schwer. Nicht zuletzt können auch Angststörungen das Gehirn beeinflussen und Vergesslichkeit hervorrufen.

Bei welchen körperlichen Erkrankungen treten Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen auf?

Vergesslichkeit kann als Demenz im Rahmen verschiedener körperlicher Erkrankungen auftreten. Die häufigste Form ist dabei Alzheimer, wovon meist ältere Menschen betroffen sind. Durchblutungsstörungen im Gehirn hingegen sorgen für eine vaskuläre Demenz. Eine retrograde Amnesie zum Beispiel ist eine besondere Form der Vergesslichkeit, bei der sich Betroffene an bestimmte – meist traumatische – Ereignisse nicht mehr erinnern können. Des Weiteren kann sich Vergesslichkeit unter anderem im Rahmen von HIV-Erkrankungen, der Nervenerkrankung Chorea Huntington und selten auch bei Parkinson-Erkrankungen entwickeln. Bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit können neben Vergesslichkeit auch Konzentrationsstörungen auftreten. Eine weitere Erkrankung, bei der vor allem Konzentrationsschwächen ein typisches Symptom sind, ist das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS).

Behandlung von Vergesslichkeit und Konzentrationsschwächen

Wann sind Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen gefährlich?

Tritt Vergesslichkeit häufiger auf und verstärkt sich, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch wenn man Dinge vergisst, an die man sich früher immer gut erinnern konnte, ist Vorsicht geboten. Der Arzt klärt dann, ob möglicherweise eine beginnende Demenz vorliegt.

Wie werden Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen behandelt? Was kann dagegen helfen?

Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose der Erkrankung, in deren Rahmen Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen auftreten. Es geht immer darum, die zugrunde liegende Störung zu behandeln. Bei seelischen Erkrankungen kann je nach Art der Krankheit eine Psychotherapie helfen. Auch eine medikamentöse Begleitung ist insbesondere bei Angsterkrankungen und Depressionen denkbar. Demenz kann man beispielsweise mit Medikamenten behandeln. Sie kann allerdings nicht geheilt, sondern nur in ihrem Verlauf gebremst werden.

Darüber hinaus kann neben Therapien auch Gedächtnistraining helfen. Beispielsweise Kreuzworträtsel oder Sudoku können eine gute kognitive Forderung im Alltag sein. Auch eine fordernde Freizeitaktivität wie Schach ist zu empfehlen, um die geistige Fähigkeit regelmäßig zu fordern.

Zuletzt kann auch Ausdauersport als langfristige Maßnahme positiv auf die mentale Leistung einwirken. Insbesondere Brain Gym bietet sich hier an. Dabei handelt es sich um eine Methode, durch körperliche Bewegung die Leistungsfähigkeit von Konzentration und Gehirn zu steigern. Neben viel Bewegung kann auch ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung dazu beitragen, Stress zu reduzieren. Entspannungsverfahren wie Yoga oder Autogenes Training.