Unzufriedenheit

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Unzufriedenheit

Was ist Unzufriedenheit?

Unzufriedenheit ist eine Einstellung zu sich und anderen, bei der man sich unentspannt, mürrisch, unausgeglichen, frustriert und gereizt fühlt. Auch Unruhe, Konzentrationsstörungen und teilweise Aggressionen können dabei auftreten. Unzufriedenheit wird häufig von Ängsten, Sorgen und Zweifeln begleitet. Man kann über sich selbst, sein Aussehen, seinen Job, seinen Partner, seine Kinder, seine Lebenssituation, über bestimmte Fähigkeiten und über viele andere Dinge unzufrieden sein. Meist entsteht Unzufriedenheit, wenn man den Ist- mit dem Soll-Zustand vergleicht. Oft kann aber auch nicht genau gesagt werden, weshalb man überhaupt unzufrieden ist. Man merkt nur, dass irgendetwas fehlt, um glücklich zu sein. 

Entstehung von Unzufriedenheit

Welche Ursachen hat Unzufriedenheit?

Es gibt verschiedene Ursachen, weshalb ein Mensch nicht zufrieden ist. Diese können sowohl an der eigenen Person liegen, aber auch durch situations- und personenbezogene äußere Einflüsse verursacht werden, zum Beispiel durch die Wohnsituation, das Arbeitsumfeld aber auch durch Familie oder Freunde.
Des Weiteren kann es zu Unzufriedenheit kommen, wenn ein Mensch zu hohe Erwartungen an sich selbst hat und diese nicht erfüllen kann. Beispielsweise wenn man einen Freund enttäuscht oder eine Prüfung vergeigt hat. Damit verbunden sind auch Perfektionismus und das Streben, immer volle Leistung erzielen zu wollen. Unzufriedenheit ist häufig auch eine Sache der Wahrnehmung. So können andere Menschen eine erledigte Aufgabe als sehr gut gelöst empfinden, während man sich selbst ärgert, nicht besser gewesen zu sein. Viele Menschen gewöhnen sich darüber hinaus oft an ihre bisherigen Erfolge, wollen immer mehr und geben sich dann nicht damit zufrieden, was sie erreicht haben. 

Unzufriedenheit kann auch entstehen, wenn man sein Glück von anderen Menschen abhängig macht. Einige Menschen erwarten, dass Freunde oder Familienmitglieder für ihr Glück sorgen. In dem Zusammenhang kann auch erlernte Hilflosigkeit erwähnt werden: Menschen begeben sich in eine Opferrolle, weil sie gelernt haben, sich nicht mit eigener Kraft aus einer Situation befreien zu können. So versuchen viele Menschen erst gar nicht, für ihr eigenes Glück zu sorgen und bleiben lieber unzufrieden, statt enttäuscht zu werden. 

Des Weiteren kann das Gefühl des Nicht-Zufriedenseins aufkommen, wenn jemand unter- oder überfordert ist, zum Beispiel wenn er an seinem Arbeitsplatz falsch eingesetzt wird. Auch wer sich mit negativ eingestellten Menschen umgibt, kann seine eigenen schlechten Gedanken verstärken und wird nicht wirklich glücklich. 

Häufig spielt auch Neid eine Rolle: Ständiges Vergleichen mit anderen Menschen kann dafür sorgen, dass ein Mensch sein eigenes Leben als schlechter betrachtet als es eigentlich ist. An dieser Stelle kann auch das Verlangen nach Dingen, beispielsweise der Besitz von Gütern genannt werden. Hat der Nachbar einen größeren Garten, der Freund mehr Geld oder der Kollege ein tolleres Auto, kann das für Frust sorgen. 

Behandlung von Unzufriedenheit

Ab wann wird Unzufriedenheit gefährlich?

Nicht immer muss Unzufriedenheit schlecht sein – sie ist meist ein Motor, Dinge zu verändern. Sie ist aber auch immer ein Warnsignal, dass etwas im Leben nicht zu seiner Zufriedenheit verläuft und man sich auf die Ursachensuche begeben sollte. Kann man genaue Ursachen für seine eigene Unzufriedenheit finden und hat man die Kraft sowie die Ressourcen, dagegen anzugehen, sollte man sich keine Sorgen machen. Bleibt man allerdings auf Dauer nicht glücklich oder fühlt sich gar leer oder auch einsam, könnte Unzufriedenheit ein Symptom einer seelischen Erkrankung, beispielsweise einer Depression sein. Unzufriedenheit, die aus übertriebenen Erwartungen an sich selbst resultiert, sowie Leistungsdruck können im Zusammenhang mit Stress erste Anzeichen für eine Burn-out-Erkrankung sein. Auch in diesem Fall muss man zum Arzt gehen, bevor es zu spät ist. 

Was kann man gegen Unzufriedenheit machen?

Zunächst einmal sollte man der Unzufriedenheit auf den Grund gehen: Bin ich unzufrieden, weil meine Erwartungen an mich selbst zu hoch sind? Leiste ich eigentlich gute Arbeit, aber kann das selbst nicht anerkennen? Mache ich mein Glück zu sehr von anderen Menschen abhängig? Umgebe ich mich mit den falschen Leuten? All das sind Fragen, die man sich stellen kann, wenn man Unzufriedenheit empfindet. Es hilft auch, sich aufzuschreiben, welche Bereiche des Lebens gut laufen und welche schlecht. Auch die Benennung von konkreten Dingen, die man ändern möchte, kann eine Orientierung bieten, da Unzufriedenheit häufig über mehrere Bereiche schwappt. 

Das Gefühl, nicht zufrieden zu sein, muss aber nicht immer schlecht sein, sondern kann auch als Treiber fungieren, etwas an seinem Leben ändern zu wollen. Man sollte dabei allerdings unterscheiden, ob man an einer Situation oder einem Zustand selbst etwas verändern oder ob man nur seine Einstellung ändern kann, wie man einem Problem gegenübersteht und es bewältigt.

Für ein ausgeglichenes und glückliches Leben sollte man unter anderem seine eigenen Leistungen akzeptieren und sich erinnern, dass Fehler nicht immer schlimm sind. Auch sich darauf besinnen, welche Erfolge man bereits erzielt hat und welche Ressourcen zur Verfügung stehen, kann unter anderem helfen, seine hohen Erwartungen an sich und andere zurückzuschrauben. Darüber hinaus spielen Dankbarkeit und Gelassenheit eine wichtige Rolle. Man sollte sich immer klar machen, welche Ressourcen man besitzt: Für den einen kann das seine Familie sein, für den anderen ein sicherer Job und tolle Kollegen. Auch sollte man aufhören, sich ständig mit anderen zu vergleichen.