Überforderung

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Überforderung

Was ist Überforderung? 

Überforderung heißt, dass ein Mensch mit seinen zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Ressourcen ein Problem, eine Situation oder eine Herausforderung nicht lösen kann und dadurch an seine Grenzen kommt. Er ist dabei objektiv überfordert und spürt subjektiv ein Gefühl von Überforderung. Überforderung ist an eigene Erwartungen und die der Anderen geknüpft, da der Mensch seiner Rolle gerecht werden will und diese erfüllen möchte. Kann er stärkeren Belastungen und Anforderungen nicht mehr standhalten, steigt die Überforderung. Ein gutes Mittelmaß zwischen Über- und Unterforderung ist im Übrigen die Herausforderung. Menschen werden durch Herausforderungen motivierter und stärken ihre eigenen Fähigkeiten.  

Welche Anzeichen für Überforderung gibt es? Wie äußert sich Überforderung?

Es gibt verschiedene Zeichen, wie sich Überforderung bemerkbar macht. Beispielsweise benötigen Menschen, die an Überforderung leiden, mehr Zeit zum Erledigen ihrer To-dos. Auch einfache Aufgaben stellen für sie eine Herausforderung dar. Betroffene sind zudem unruhig und angespannt, teilweise auch ermüdet. Ihnen unterlaufen kleinere Fehler oder sie vergessen gar Dinge. Sie leiden nicht selten an Schlaf- und Denkstörungen, da sie ins Grübeln geraten und Angst vor dem nächsten Tag haben. Entspannung finden sie nur selten, da sie Angst haben, durch Ruhe nicht leistungsfähig zu sein oder Schwäche zu zeigen. Menschen, die überfordert sind, schämen sich teilweise dafür und teilen ihre Überforderung nur selten mit, sodass Überforderung oft zu spät erkannt wird. Sie weisen stattdessen lieber darauf hin, dass sie im Stress sind und einfach nur wenig Zeit haben. 

Überforderung kann sich zum Beispiel auch im Alter äußern, wie bei Patienten mit Demenz, die bei der Bewältigung ihres Alltags überfordert sind und Unterstützung benötigen. Darüber hinaus kann damit aber auch gemeint sein, dass eine Person orientierungslos oder verwirrt ist und Hilfe braucht. 

Entstehung von Überforderung

Wie entsteht Überforderung?

Überforderung kann sowohl am Arbeitsplatz als auch im sozialen Umfeld (Freunde, Familie, Partnerschaft) auftreten und durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, beispielsweise: 

  • die Belastung durch (Rollen-)Anforderungen übersteigt die eigene Kompetenz und Leistungsfähigkeit
  • die Menge an Belastung, beispielsweise Aufgaben, Deadlines oder Termine wirkt erdrückend 
  • die Unkontrollierbarkeit von Situationen führt zu Kontrollverlust
  • fehlende Hoffnung, an einer misslichen Lage etwas ändern zu können

Konkrete Beispiele für Überforderung können sein:

  • Konflikte in der Partnerschaft
  • Existenzängste und finanzielle Schwierigkeiten
  • Stress im Job (zum Beispiel viele Projekte)
  • Zeit- und Termindruck, Leistungsdruck
  • Doppelbelastung durch Familie und Arbeit
  • Probleme in der Familie (zum Beispiel beim Erziehen der Kinder)
  • Krankheit und Pflege eines Angehörigen
  • zu hohe Ansprüche an sich selbst

Behandlung von Überforderung

Wann wird Überforderung gefährlich?

Überforderung muss nicht immer direkt auf eine psychische Erkrankung hindeuten. Kurzfristige Überforderung kann beispielsweise das Selbstvertrauen stärken, wenn man eine zunächst schwierige Situation mit Erfolg meistert. Wird das Gefühl, überfordert zu sein, aber zunehmend größer oder findet nicht nur in einem Kontext (zum Beispiel in Familie und Beruf) statt, ist eine Pause notwendig. Auch wenn man sich schon von den kleinsten Dingen aus der Ruhe bringen lässt, sollte ein Gang heruntergefahren werden. Kommen weitere Symptome (zum Beispiel Erschöpfung, Lustlosigkeit, Gefühllosigkeit oder Ängste) dazu, kann es nicht selten zu einem Burnout oder der Entwicklung einer Depression kommen. Überforderung tritt nämlich meist als Symptom mit diesen Erkrankungen auf, sodass Betroffene vor allem ihren Alltag und ihre Aufgaben nicht mehr allein bewältigen können. 

Was kann man gegen Überforderung tun? 

Bereits bei den ersten Anzeichen von Überforderung sollte man gegensteuern, damit sich Überforderung nicht ansammelt und man vor lauter Aufgaben, Pflichten oder Terminen keinen Ausweg mehr findet. Entspannungsverfahren wie Yoga, aber auch ein Spaziergang oder Wellness können helfen, wieder herunterzufahren. Darüber hinaus können auch die Strukturierung des Alltags und die Organisation von Aufgaben ihren Beitrag leisten. So eignen sich zum Beispiel To-do-Listen oder ein einfaches Ziel pro Tag, um nicht überfordert zu werden. Damit einher gehen auch eine Optimierung des Zeitmanagements und das Setzen von Prioritäten. Auch sollten die Erwartungen an die eigene Person sowie Idealvorstellungen heruntergeschraubt werden.