Ticks

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Ticks 

Was versteht man unter Ticks?

Ein Tick (auch geschrieben Tic) gehört zu den neurologischen psychiatrischen Erkrankungen. Hierbei handelt es sich um eine plötzliche, schnelle, komplexe motorische Kontraktion einzelner Muskeln oder Muskelgruppen. Im sozialen Umfeld werden Ticks meist erst durch das Auftreten wiederholender, unwillkürlicher vokaler Äußerungen bemerkt. Häufig werden sie durch die Reaktion der Umwelt zu einem Problem. Insbesondere Leidensdruck durch Hänseleien oder auch die wiederholte Aufforderung, diese schlechte Angewohnheit zu unterlassen, erschwert den Alltag der Betroffenen.

Gibt es verschiedene Formen von Ticks?

Motorischer Tick
Ticks können in verschiedenen Formen auftreten. Bei einem motorischen Tick äußert sich dies durch Muskelkontraktionen im Gesicht. Beispielsweise kann sich dies durch ständiges Blinzeln, Stirnrunzeln oder Hochziehen der Augenbrauen äußern. Auch das Grimassieren oder Kopfwerfen können motorische Ticks sein.

Komplexer motorischer Tick 
Menschen, die an einem komplexen motorischen Tick leiden – dieser ist auch als Tourette-Syndrom bekannt – vollziehen ganze Bewegungsabläufe. Ein solcher manifestiert sich beispielsweise durch Wurfbewegungen, Hüpfen, Klatschen oder Springen bis hin zu selbstverletzendem Verhalten wie Schlagen oder Beißen.

Vokaler Tick
Bei einem vokalen Tick kennzeichnet sich dieser durch eine Lautbildung. Beispielsweise räuspert sich der Betroffene oder pfeift. Vokale Ticks drücken sich auch insofern aus, dass der Erkrankte schnalzt oder gar grunzt. 

Komplexe vokale Ticks
Leiden Betroffene unter einem komplexen vokalen Tick, äußert sich dies durch ganze Wörter oder Sätze. Hierbei kann es unter anderem zur Wiederholung fremder oder eigener Wörter oder Sätze kommen. Auch das Aussprechen von Wörtern lässt sich kaum kontrollieren. Die vokalen Ticks unterscheiden sich insbesondere von den motorischen Ticks durch die Lokalisation von anderen Muskelgruppen. Innerhalb der vokalen Tics sind das Zwerchfell, die Zunge oder der Rachenmuskel von der Muskelkontraktion betroffen. 

Tick-Störung 
Hält ein Tick weniger als zwölf Monate an und äußert sich dieser ausschließlich motorisch, handelt es sich um eine vorübergehende Tick-Störung. Dauert sie jedoch länger als zwölf Monate an, handelt es sich um eine chronische Tick-Störung. Das Tourette-Syndrom ist dabei eine besondere Form von Tickstörung. Hierbei äußert sich der Zwang durch mehrere motorische Ticks oder auch mehrere vokale Ticks. Grundsätzlich treten zunächst motorische Ticks auf, bevor sich ein vokaler Tick verfestigt. 

Entstehung von Ticks

Was sind die Ursachen für Ticks?

Für die Festlegung der Ursache ist es zunächst notwendig, primäre Ticks von sekundären Ticks zu differenzieren. Tritt ein Tick ohne diagnostizierbare Ursache auf, handelt es sich um einen primären Tick. Ist jedoch eine bestimmte Erkrankung die Ursache eines Ticks, handelt es sich um einen sekundären Tick. Die Ursachenbestimmung für primäre Bestimmung ist derzeit noch unklar. Allerdings geht man davon aus, dass durch die Störung bestimmte Botenstoffe im Gehirn eine Rolle spielen. Einigkeit besteht jedoch darüber, dass eine Beeinflussung der Transmittersysteme, etwa durch Medikamente oder Stress, eine negative Auswirkung auf die Ticks haben. Positive Auswirkungen haben hingegen Medikamente zur Behandlung von Psychosen (Neuroleptika), aber auch Nervosität und positive Emotionen können die Ticks verringern. Auslöser eines sekundären Ticks können Erkrankungen wie eine Hirn- und Hirnhautentzündung, ein Schädel-Hirn-Trauma, Tumore oder Vergiftungen sein. Auch Medikamente, die das Transmittersystem beeinflussen, können zu Ticks führen.

Behandlung von Ticks 

Wie kann man Ticks behandeln?

Nach dem derzeitigen Stand der Medizin und Forschung gibt es keine Heilung von Ticks. Unter anderem können eine umfassende Aufklärung und Beratung der Menschen im Umfeld hilfreich sein. Auch Psychoedukation und verhaltenstherapeutisches Habit-Reversal-Training können helfen. Tiefenpsychologische Psychotherapien sowie Psychoanalysen sind dagegen als ungeeignet einzuordnen, da Ursache von Ticks organisch und nicht psychogen ist. Auch eine Verbesserung der Selbstwahrnehmung, Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung können die Symptomatik lindern. Leiden Betroffene unter schweren, komplexen und chronischen Formen von Ticks wie unter dem Tourette-Syndrom, ist eine pharmakologische Behandlung notwendig. So können sich Neuroleptika oder zur Behandlung der Begleitsymptome auch Antidepressiva positiv auf die Ticks auswirken. Eine Behandlung mit Cannabis hat sich ebenfalls als wirksam bei der Linderung der Symptome herausgestellt. Erforderlich hierfür ist jedoch eine ärztliche Verordnung nach dem Betäubungsmittelgesetz.