Selbstmordgedanken

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Selbstmordgedanken

Selbstmordgedanken - was bedeutet das?

Als Suizid (lat.: „Selbsttötung“) bezeichnet man eine selbst ausgeführte Handlung zur Beendigung des eigenen Lebens. Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens Suizidgedanken. Solche Gedanken können zunächst erschrecken und verwirren. Sind Menschen jedoch über einen längeren Zeitraum hohem Leidensdruck ausgesetzt, durchleben sie eine akute Krise oder widerfährt ihnen eine traumatische Erfahrung, kann das Gefühl aufkommen, diesen Zustand wirklich beenden zu wollen. Wie sich jedoch aus Gesprächen mit Betroffenen ergeben hat, haben diese nicht wirklich den Wunsch zu sterben, sondern sehen sie keinen anderen Ausweg, um aus ihrer Perspektive heraus Ruhe und Frieden zu erfahren. Solche Gedanken können auch eine Art Entlastungscharakter haben, da sie zum Ausdruck bringen, dass die derzeitige Situation nicht mehr auszuhalten ist.

Wie machen sich Selbstmordgedanken bemerkbar?

Bei suizidalen Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, kann der Entschluss zur Selbsttötung sehr spontan gefasst werden. Andere wiederum planen ihre Selbsttötung wochenlang. Die Warnzeichen dafür, dass sich der Betroffene möglicherweise das Leben nehmen will, sind vielfältig. Droht die suizidgefährdete Person zum Beispiel ihren Selbstmord an, kann dies ein alarmierendes Zeichen für einen tatsächlichen Selbstmord sein. Entgegen aller Vorurteile ist es nicht so, dass Menschen, die über ihre Selbstmordgedanken sprechen, diesen nicht auch umsetzen. Macht sich des Weiteren die Hoffnungslosigkeit in Äußerungen wie "es hat ja doch alles keinen Sinn mehr" oder "irgendwann muss auch mal Schluss sein" bemerkbar, kann dies ein weiteres Warnsignal sein. Auch wenn der Betroffene plötzlich anfängt, seine Angelegenheiten zu ordnen, er sich verabschiedet, ein Testament aufsetzt, oder er ihm wichtige Wertgegenstände verschenkt, kann dies ein weiteres alarmierendes Signal für einen möglichen Suizid sein. Ist der Betroffene fest zum Suizid entschlossen, wirkt er meist ruhiger, gefestigter und weniger verzweifelt als zuvor. Dadurch kommen Angehörige oft zu dem trügerischen Schluss, dass es endlich bergauf geht. 

Entstehung von Selbstmordgedanken

Was sind die Auslöser/Ursachen für Selbstmordgedanken?

Suizidabsichten sind meist komplexer Natur. Hierbei spielen nicht nur genetische Ursachen, die persönliche Entwicklung eines Menschen, das soziale Umfeld oder belastende Lebensereignisse eine Rolle, sondern auch psychische Grunderkrankungen.

Psychische Grunderkrankungen 
Häufiger Auslöser für Selbstmordgedanken sind psychische Erkrankungen, am häufigsten jedoch eine Depression. Suizidgedanken sind ein häufig auftretendes Symptom bei Depressionen, womit sie diese Erkrankung zu einer lebensbedrohlichen Krankheit machen. Menschen, die an einer Depression erkranken, erleben nicht nur großes Leid, sondern verlieren auch jegliche Hoffnung. Sie glauben, dass sie aus dieser ausweglosen Situation nicht entkommen können. Bei bipolaren Störungen sind es auch oft sogenannte Mischzustände, die durch schnell abwechselndes Auftreten depressiver und manischer Phasen das Suizidrisiko steigern. Des Weiteren erhöhen Schizophrenie oder Suchterkrankungen ebenfalls das Suizidrisiko. 

Biologische Gründe
Eine Vermutung, was suizidales Verhalten fördern kann, ist die verminderte Produktion des Nervenbotenstoffs Serotonin. Es lässt sich bisher feststellen, dass aus noch ungeklärten Gründen ein niedriger Serotoninspiegel mit der Häufigkeit eines Suizidversuchs in Zusammenhang steht. Ist in Familien bereits ein Suizid aufgetreten, kann von einem erhöhten Risiko ausgegangen werden, weshalb eine genetisch bedingte Veranlagung vermutet wird. Hierbei müssen jedoch auch die Belastung und der Nachahmungseffekt beachtet werden.

Persönliche Entwicklung 
Die Zeitspanne der Entwicklung eines Kindes zum Erwachsenen ist von hohen Entwicklungsanforderungen, Veränderungen und Krisen geprägt. Gelingt es ihnen jedoch nicht, sich unproblematisch anzupassen, stellt dies ein typisches Merkmal für suizidgefährdete Kinder dar. Insbesondere Jugendliche neigen auf Probleme impulsiv-aggressiv zu reagieren oder ziehen sich zurück.

Was ist zu tun, wenn man einen Suizid vermutet? 

Angehörige fühlen sich oft hilflos, überfordert und haben Angst, den Betroffenen darauf anzusprechen. Allerdings gibt es gewisse Verhaltensregeln, an denen man sich orientieren kann. Zunächst gilt zu erkennen, ob jemand suizidal ist oder nicht. Im zweiten Schritt sollten Angehörige oder Freunde sich von dem Irrglauben befreien, dass das direkte Ansprechen die Gefahr eines Suizidversuchs steigert. Indem mögliche Suizidgedanken offen und taktvoll angesprochen werden, erleichtert man die Belastung von suizidgefährdeten Menschen. Bis der Betroffene in fachärztlicher Behandlung ist, sollte man ihm seine Hilfe anbieten. Hegt dieser bereits Selbstmordgedanken, ist es allerhöchste Zeit, dass er sich professionelle Hilfe sucht. Will sich der Betroffene jedoch nicht helfen lassen, ist gegebenenfalls an eine Zwangseinweisung in eine Klinik zu denken.

Kontakt

Sind Sie selbst depressiv oder haben Sie Selbstmordgedanken? Dann kontaktieren Sie bitte umgehend die folgende Nummer: 02235 4665 0. Unter dieser Nummer stehen Ihnen rund um die Uhr Berater zur Verfügung, die Ihnen einen Ausweg aus einer schwierigen Situation aufzeigen können.