Rückenschmerzen

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Rückenschmerzen

Was sind Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen treten als ein vielfältiges Leiden auf. So kann der Betroffene Druck am Kreuz oder Ziehen im Nacken empfinden. Vereinzelt kann sich der Schmerz auch in den Armen äußern. Die Beschwerden können von längerer Dauer sein oder auch nur temporär auftreten. Rückenschmerzen können Menschen jeden Alters betreffen.

Gibt es verschiedene Arten von Rückenschmerzen?

In der Medizin werden die Rückenschmerzen nach ihrer Lokalisation, ihrer Dauer und ihrer Ursache eingeteilt. Treten die Schmerzen am oberen Rücken auf, demnach im oberen Bereich der Wirbelsäule, können diese akut oder chronisch werden. Stellt der Patient Rückenschmerzen am mittleren Rücken fest, leidet er insoweit an Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, ist meist eine Reizung der größeren Muskelbereiche dafür verantwortlich. In Betracht kommt auch eine Funktionsstörung der Rippen-Wirbel-Gelenke, die hierfür verantwortlich sein kann. Rückenschmerzen im unteren Rücken treten am häufigsten auf. Der Grund hierfür ist, dass die Lendenwirbelsäule anfälliger für Verletzungen und Beeinträchtigungen ist. Eine weitere Einteilung der Rückenschmerzen erfolgt je nach Dauer der Beschwerden. So spricht man von akuten Schmerzen, wenn diese erstmalig oder nach sechs Monaten ohne Schmerzen wieder auftreten. Dauern die Schmerzen jedoch länger als sechs Wochen und bis zu drei Monaten, handelt es sich um subakute Rückenschmerzen. Bei chronischen Rückenschmerzen dauern die Beschwerden länger als drei Monate an. Zu den chronischen Schmerzen treten meist weitere Erkrankungen wie z. B Osteoporose, Herzschwäche, Depressionen, Adipositas oder ein Schlaganfall auf. Eine weitere Einteilung erfolgt nach der jeweiligen Ursache.

Entstehung und Symptome von Rückenschmerzen

Wie äußern sich Rückenschmerzen? 

Rückenschmerzen lassen sich in spezifische und nicht-spezifische Rückenschmerzen einteilen. Haben die Rückenschmerzen keinen erkennbaren zu behandelnden Grund, handelt es sich um nicht-spezifische Rückenschmerzen. Sind Erkrankungen der Wirbelsäule oder andere Krankheiten Ursache, sind sie als spezifische Rückenschmerzen einzuordnen. 

Folgende Krankheiten können eine Ursache für spezifische Rückenschmerzen sein:

  • Wirbelblockade, Wirbelfehlstellung
  • Muskelverspannung
  • Bandscheibenvorfall
  • Verschleiß der Wirbelsäule
  • Wirbelkanalenge, äußert sich durch Kreuzschmerzen 
  • Wirbelsäulenverkrümmung
  • Gürtelrose
  • Herzinfarkt
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse 
  • Hexenschuss
  • Osteoporose
  • Reizung des Ischias-Nervs

Welche Ursachen für Rückenschmerzen gibt es? 

Ursächlich für die oben genannten Muskelverspannungen, die mit den Rückenschmerzen einhergehen, können eine falsche Haltung am Arbeitsplatz, falsches Heben und Tragen, Bewegungsmangel und Übergewicht sein. Ist der Patient darüber hinaus Stress ausgesetzt, erhöht auch dies die Anspannung der Muskulatur, was wiederum zu starken Rückenschmerzen führen kann. 

Behandlung von Rückenschmerzen 

Die Diagnose lässt sich durch die Krankengeschichte, dem Beschwerdebild und der krankheitsbezogenen Familiengeschichte treffen. Unter anderem werden darüber hinaus weitere Bewegungstests eingesetzt. Auch das Vorliegen von weiteren Risikofaktoren wird abgeklärt, um einem chronischen Verlauf entgegenzuwirken.

Medikamente

Gegen die Beschwerden können zunächst entzündungshemmende Medikamente wie z. B Paracetamol hilfreich eingesetzt werden. Scheiden entzündungshemmende Schmerzmittel für den Patienten aus, können gegebenenfalls schwach wirksame Opioide nach einem genauen Einnahmeplan verordnet werden. 

Physiotherapie

Früher galt für Rückenschmerzen Schonung oder gar Bettruhe. Doch gerade diese konservative Therapie führt bei Rückenschmerzen, welche auf Verspannungen zurückzuführen sind, zu weiteren verspannten Muskeln. Die Bewegungstherapie, auch Physiotherapie genannt, kann hingegen hilfreich gegen funktionelle Rückenschmerzen eingesetzt werden. Ziel der Physiotherapie ist es, verkürzte Muskeln, besonders am Bauch und am Rücken, zu dehnen und geschwächte Muskeln zu stärken. Nachdem Arzt und Physiotherapeut die richtige Diagnose gestellt haben, wird ein passendes Programm von verschieden Übungen aufgestellt. Hierbei kann auch Rückenschwimmen Teil der Physiotherapie sein.

Massage

Der Heilungsprozess kann durch klassische Massage, Bindegewebs- oder Unterwassermassagen gefördert werden. Hierdurch werden die Haut, das Bindegewebe und die Muskulatur erwärmt und besser durchblutet. Der verbesserte Blut- und Lymphfluss regt die Stoffwechselprozesse an, vegetative Regelkreise werden beeinflusst und dem Patienten ist es möglich, sich körperlich als auch seelisch zu entspannen. 

Operative Eingriffe 

Derzeit werden deutschlandweit pro Jahr ca. 100.000 Bandscheibenoperationen durchgeführt. Sind die Rückenschmerzen nicht anders zu beheben und liegt ein Notfall vor, kommt ein operativer Eingriff in Betracht. Hierbei gibt es gewisse Indikatoren, welche auf der Grundlage des aktuellen medizinischen Wissenstands entwickelt worden sind, die darauf hinweisen, bei welchen Gründen dringlich operiert werden soll und bei welchen Gründen operiert werden kann, jedoch nicht muss. Der Patient sollte sich vorab gut informieren und gegebenenfalls eine zweite Meinung vor einem solchen Eingriff einholen.

Psychotherapie 

Oftmals spiegeln sich seelische Belastungen in der Körperhaltung des Betroffenen wider. Es gibt vielfältige psychologische Verfahren, um gegen chronische Schmerzen vorzugehen. In Betracht kommen verhaltenstherapeutische Methoden, psychoanalytische Verfahren, sowie Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Meditation, Hypnose oder autogenes Training.