Hilflosigkeit

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung und Entstehung von Hilflosigkeit 

Was ist Hilflosigkeit? 

Bei Hilflosigkeit muss zwischen der objektiven Tatsache und dem subjektiven Gefühl von Hilflosigkeit unterschieden werden. Das subjektive Gefühl der Hilflosigkeit beruht auf Belastungen wie Stress, Mobbing, Existenzproblemen, Angst, Lähmungen oder Schmerzen, unter denen der Betroffene leidet. Aus medizinischer Sicht ist derjenige objektiv hilflos, der infolge von Erkrankungen dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen ist. Darüber hinaus gibt es auch erlernte Hilflosigkeit, bei der der Betroffene durch bestimmte (meist traumatische) Lebensereignisse zu der Überzeugung gekommen ist, nichts mehr an seinem Zustand ändern zu können und für sein Schicksal selbst verantwortlich zu sein. 

Wie entsteht erlernte Hilflosigkeit?

Erlernte Hilflosigkeit geht meist auf traumatische Ereignisse oder Krisen zurück. Das können der Tod eines nahestehenden Menschen, eine Krankheit, ein Unfall, aber auch der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Trennung vom Partner sein. Diese Situationen kann der Mensch in der Regel kaum bis gar nicht kontrollieren, er fühlt sich dadurch wehrlos, ausgeliefert, gelähmt und ohnmächtig. Dabei drängt er sich selbst in die Opferrolle und entwickelt eine Überzeugung, dass er wirklich hilflos sein muss und nichts ändern kann. Diese Selbstwahrnehmung wird in der Regel nicht abgelegt und sogar auf andere Situationen übertragen, sodass sich der Betroffene dauerhaft als Opfer sieht.

Wie äußert sich erlernte Hilflosigkeit?

Der Betroffene leidet unter gestörten Denkmustern wie eingeschränktes Denken oder die Fokussierung auf reduzierte Denkmuster. Sein Denken dreht sich nur darum, dass er sowieso nicht aus seiner misslichen Lage herauskommen kann und dass er zu schwach ist, um etwas zu ändern. Auch dass es immer nur ihn treffen muss und alle anderen vom Schicksal verschont bleiben, ist ein typisches Denkmuster. Die gestörten Denkmuster beeinflussen dabei das Handeln, sodass dem Betroffenen die Kraft fehlt, tatsächlich etwas zu ändern. Er vermeidet daher meist Situationen, in denen er hilflos sein könnte und gibt sich mit der Opferrolle zufrieden. Dabei spielen auch Ängste eine wichtige Rolle: Sie hemmen den Betroffenen, an der Situation etwas zu ändern, weil er Angst hat, dass er wieder hilflos sein wird.

Nicht selten drängt sich der Betroffene auch mit Ausreden und Schuldzuweisungen in die Opferrolle. Darüber hinaus werden auch Mitmenschen beschuldigt und für die eigene missliche Lage verantwortlich gemacht. Ängste und teilweise auch Perfektionismus hindern den Betroffenen jedoch daran, sich mitzuteilen und nach Hilfe zu fragen. Gleichzeitig hat er aber hohe Erwartungen an das soziale Umfeld und möchte, dass beispielsweise Familie oder Freunde seine Hilflosigkeit erkennen. 

Welche Symptome begleiten Hilflosigkeit?

Menschen, die unter erlernter Hilflosigkeit leiden, fühlen sich daneben meist kraftlos, teilweise ohne Mut und auch häufig ohne Hoffnung. Nicht selten tritt Hilflosigkeit als ein Symptom einer Depression auf oder führt in Kombination mit anderen Faktoren zu einer Depression, weil der Betroffene mit seiner misslichen Lage nicht klarkommt. Darüber hinaus leidet er nicht selten unter Denkstörungen wie Konzentrationsschwächen. Er kann keine klaren Gedanken fassen oder grübelt zu viel. Auch innere Unruhe und Anspannung zeigen sich. Körperliche Symptome sind unter anderem Herzrasen, Appetitlosigkeit oder Heißhunger sowie Übelkeit und Schwindel.

Behandlung von Hilflosigkeit

Was kann man gegen erlernte Hilflosigkeit tun?

Da erlernte Hilflosigkeit auf Denken und Verhalten basiert, kann eine kognitive Verhaltenstherapie helfen. Hilflosigkeit kann erlernt, aber genauso gut auch wieder verlernt werden. Dass man einer unangenehmen Situation ausgesetzt wird, lässt sich meist nicht verhindern. Dennoch kann der Mensch verändern, wie er mit solchen Ereignissen umgeht und sie verarbeitet. Die Einstellung und das Denken bestimmen, wie stark man unter etwas leidet und wie stark man aus dem Konflikt herausgeht. Ziel der Therapie ist eine positive Einstellung, dass man sich Dinge wieder zutraut und Kraft bekommt, aus seiner hilflos aussehenden Situation herauszukommen. Das Verfahren der Autosuggestion (Selbstbeeinflussung) kann dabei sehr hilfreich sein: Sich zu sagen "Das war kein Schicksal, ich lerne jetzt daraus und mache es nächstes Mal besser" ist eine andere Haltung als zu sagen "Wieder hat es mich getroffen, ich kann einfach nichts machen und werde immer ein Opfer bleiben". 

In der Therapie werden nicht nur gestörte Denk- und Verhaltensmuster behandelt, sondern sie soll auch helfen, die Selbstwahrnehmung und das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Darüber hinaus sollen Betroffene Vertrauen in sich selbst entwickeln und stärker an sich selbst glauben. Weitere Begleitsymptome von Hilflosigkeit wie Herzrasen oder innere Unruhe lassen sich mit Entspannungsverfahren, ausreichend Bewegung sowie frischer Luft angehen.