Herzinfarkt

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung eines Herzinfarktes

Was ist ein Herzinfarkt und was passiert bei einem Herzinfarkt?

Der akute Herzinfarkt zählt zu den häufigsten Todesursachen. Ursächlich für einen Herzinfarkt ist der Verschluss eines Herzkranzgefäßes, der den Herzmuskel mit Blut versorgt, wodurch es zu einem Absterben der Herzmuskelzellen kommt. Wird der Blutfluss nicht schnell wiederhergestellt, sterben die Herzmuskelzellen nach spätestens zwei bis vier Stunden ab. Dadurch wird der Herzinfarkt zu einem lebensgefährlichen Ereignis. 

Ursachen/ Faktoren eines Herzinfarktes 

Wie kommt ein Herzinfarkt zustande?

In den meisten Fällen eines Herzinfarktes liegt eine chronische Verkalkung eines Herzkranzgefäßes zugrunde, welche durch Faktoren wie Rauchen, Diabetes oder Übergewicht gefördert wird. Wird ein wichtiges Gefäß vollständig verschlossen – meist ein zusätzliches Blutgerinnsel – kommt es zu einem Herzinfarkt. Allerdings gibt es auch Mechanismen, die zu Herzinfarkt führen, bei denen die Herzkranzgefäße gesund sind. Etwa dann, wenn ein Blutgerinnsel aus dem Herzen selbst mit dem Blutstrom mitgerissen wird, in die Herzkranzgefäße gelangt und somit ein gesundes Gefäß verstopft und damit den Herzinfarkt auslöst. Gelegentlich kann auch eine akute Thrombose eines primär gesunden Herzkranzgefäßes oder eine Gefäßverkrampfung zu einem Herzinfarkt führen. 

Was erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden? 

Zu den wichtigsten Risikofaktoren, welche sich durch die Lebensweise und Medikamente beeinflussen lassen, gehören folgende Risikofaktoren: 

  • erhöhte Blutfette (erhöhter Cholesterinwert) 
  • erhöhter Blutdruck
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) 
  • Rauchen
  • Stress
  • Bewegungsmangel
  • ungesunde Ernährung
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Depressionen
  • Herzrhythmusstörung

Risiken, auf die der Betroffene keinerlei Einfluss hat, sind erblicher Natur. So besteht dann ein hohes Risiko, wenn Verwandte ersten Grades bereits vor dem 60. Lebensjahr einen Herzinfarkt oder eine Bypass-Operation an den Herzkranzgefäßen hatten.

Behandlung eines Herzinfarktes

Woran erkenne ich einen Herzinfarkt? 

Ein Infarkt kann sich auf verschiedene Arten bemerkbar machen. Denn dem Patienten muss es nicht zwangsläufig schlecht gehen. So kann ein Herzinfarkt auch mit nur geringen Beschwerden auftreten. Leidet der Betroffene länger als fünf Minuten an anhaltenden, starken Schmerzen, die hinter dem Brustbein, zeitweise jedoch auch in den linken Arm oder in beide Arme, Hals, Kiefer, Schulterblätter, in den Oberbauch oder den Nacken ausstrahlen, kann von einem Herzinfarkt ausgegangen werden. Ein Herzinfarkt geht mit einem Engegefühl, heftigem Druck oder Brennen im Brustkorb einher. Oft ist an dem Herzinfarkt-Patienten eine fahle, blasse Gesichtsfarbe, kalter Schweiß auf Stirn und Oberlippe zu erkennen. Des Weiteren kann Schwindel, ein Schwächegefühl oder gar Bewusstlosigkeit eintreten. Meist empfinden Betroffene ein Vernichtungsgefühl wie zum Beispiel Todesangst. Ein echtes Warnsignal stellt jedoch nächtliches Erwachen durch Schmerzen im Brustkorb dar. In seltenen Fällen kann auch ein sogenannte „stummer Infarkt“ eintreten. Dies kann bei Diabetikern auftreten, wenn die Schmerzempfindung durch eine Schädigung der Organnerven stark vermindert ist. Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Beschwerden des Patienten, des EKG und einer Ultraschalluntersuchung des Herzens. Ist die Diagnose gesichert, folgt eine Herzkatheteruntersuchung, um zu erkennen, ob und an welcher Stelle sich die verengten Herzkranzgefäße befinden.

Was sind Vorboten eines Herzinfarktes? 

Eine vorangegangene Lungenembolie kann einem Herzinfarkt vorausgehen. Darüber hinaus geht dem Herzinfarkt mehrfach die koronare Herzerkrankung (KHK) voraus, die im schlimmsten Fall zu einem plötzlichen Herztod führen kann. Charakteristisch für die KHK sind Brustschmerzen und/ oder Atemnot, die insbesondere bei körperlicher Betätigung oder seelischer Aufregung auftritt. Sofern die körperliche Belastung zu Ende gebracht worden ist, verschwindet auch der Schmerz innerhalb weniger Minuten (stabile Angina Pectoris). Betroffene können jahrelang mit einer stabil bleibenden koronaren Herzkrankheit leben,, die dann jedoch gefährlich werden kann, wenn sie zur Grundlage eines Herzinfarkts wird. Die genannten Vorboten sind jedoch nicht bei allen Betroffenen zu beobachten, weshalb regelmäßige Untersuchungen beim Arzt wichtig sind.

Was ist bei einem Herzinfarkt zu tun? 

Ist kein Notarzt vor Ort, ist unmittelbar festzustellen, ob der Betroffene bei Bewusstsein ist und atmet. Sofern dies nicht der Fall ist und ein Kreislaufstillstand vorliegt, muss unmittelbar Erste-Hilfe geleistet und mit der Wiederbelebung begonnen werden. 

Wie kann man einem Herzinfarkt vorbeugen?

Oftmals kann ein gesunder Lebensstil einem Herzinfarkt vorbeugen. So kann bereits das Aufhören von Rauchen das Risiko für einen Herzinfarkt um das Dreifache minimieren. Auch eine ausgewogene und gesunde Ernährung beugt einem Herzinfarkt vor. Des Weiteren hilft es auch, sich drei bis fünfmal pro Woche für je 30 Minuten zu bewegen. Leidet der Betroffene an Bluthochdruck, sollte er dies behandeln lassen. Diabetiker sollten versuchen möglichst gute Werte zu erzielen. Ist ein Infarkt bereits eingetreten, ist in der Nachbehandlung die medikamentöse Therapie unverzichtbar. Diese hilft, einem erneuten Herzinfarkt vorzubeugen. Sie verhindert das Verschließen des Gefäßes, reduziert das Fortschreiten der konoraren Herzerkrankung und der Gefäßverkalkung und kann des Weiteren eine Herzschwäche vorbeugen.