Frustessen

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Frustessen 

Was ist Frustessen? 

Frustessen (auch gefühlsbedingtes oder emotionales Essverhalten) genannt, ist eine unbewusste Reaktion von Menschen auf negative (und auch positive) Gefühle. Es ist eine von vielen Verhaltensweisen, um negative Gefühle zu kompensieren – mit dieser Strategie soll der psychische Druck mit Essen „bekämpft“ werden. Auf lange Sicht ist das alles andere als gesund und wirkt sich negativ auf die Gesundheit und das Körpergewicht aus. Häufig handelt es sich dabei um keine gesunde Ernährung, da Heißhunger mehr Lust auf ungesunde Lebensmittel erzeugt. 

Entstehung von Frustessen 

Warum neigt man zu Frustessen? Welche Gründe gibt es dafür? 

Es kann viele Auslöser für Frustessen geben. Konflikte auf Beziehungsebene (in der Familie oder mit dem Partner) oder Stress auf der Arbeit kann ebenso Unzufriedenheit auslösen wie Übergewicht selbst. Depressionen, Stress oder Angstzustände wirken sich negativ auf das Essverhalten aus und auch weniger schwerwiegende Empfindungen wie Müdigkeit und Erschöpfung können eine Rolle spielen. Ein weiterer Grund für Frustessen, was dann wiederum einen Teufelskreis mit sich zieht, ist Selbstverachtung. Wenn der Betroffene aus diesem Grund über seinen Hunger isst, trägt das verständlicherweise nicht zum Wohlbefinden bei. Er klagt über Schuldgefühle und hat ein schlechtes Gewissen. 

Man kann das Essen aus Frust auch als eine Art Verdrängungsstrategie sehen. Das kurzzeitige gute Gefühl, was das Essen mit sich bringt, lernen einige Menschen schon in ihrer Kindheit kennen. 

Wer viel Stress hat, neigt schnell dazu, ohne Aufmerksamkeit und in großen Mengen Essen zu sich zu nehmen. Hormone, die bei Stress ausgeschüttet werden, fördern das Verlangen nach süßen und fettreichen Speisen. Vor allem, wenn es aufgrund der Anspannung und Hektik schnell gehen muss, gewinnt das Fertiggericht gegen eine gesunde und ausgewogene Mahlzeit.  

Zusätzlich benötigt das Gehirn bei Denkaufgaben Zucker. Durch das dadurch entstehende ausgeprägte Hungergefühl wird mehr Nahrung aufgenommen, als der Körper eigentlich braucht. Der Appetit oder die seelischen Probleme können nicht mehr vom Hungergefühl unterschieden werden. Ohne das richtige Bewusstsein und die nötige Achtsamkeit geht der Genuss verloren und der Mensch stopft das Essen nur noch in sich rein, ohne dabei ein gutes Gefühl zu haben. 

Lösungen gegen das Frustessen 

Was kann man gegen das Frustessen machen? 

Die Lösung ist, das eigentliche Problem oder im schlimmsten Fall die Grunderkrankung (zum Beispiel eine Depression) zu finden und sich therapeutische Hilfe zu suchen. Ein Arztbesuch ist in dem Fall unabdingbar. Auch wenn man durch das ungesunde Essen zugenommen hat, sollte man sich kontrollieren lassen, da Übergewicht ein Gesundheitsrisiko darstellt. Abnehmen ist dann in manchen Fällen neben einer psychotherapeutischen Behandlung notwendig.  

Wichtig ist, die wahren Gefühle zu identifizieren und zu akzeptieren. Es ist vollkommen in Ordnung und normal, ab und an traurig zu sein – positive wie auch negative Gefühle gehören zum Leben dazu. Menschen haben schnell das Gefühl, negative Gefühle „reparieren“ zu müssen, und sehen das Essen als eine Strategie, damit umzugehen. Rational betrachtet ist das aber nicht die Lösung und verschlimmert die Probleme eher noch, da das Selbstwertgefühl darunter leiden kann. 

Es ist leichter gesagt als getan, aber da das Essen aus Frust ein Ventil für eigentlich andere Probleme ist, ist es wichtig, auf sich zu achten und den Fokus auf eine allgemeine optimistische Lebenseinstellung zu legen.