Denkstörungen

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Denkstörungen

Was sind Denkstörungen?

Denkstörungen sind Beeinträchtigungen des Denkens, die sich auf Denkinhalte und Denkabläufe beziehen und dadurch in inhaltliche sowie formale Denkstörungen unterteilt werden können. Sie zeigen sich in Gesprächen im Alltag, beispielsweise wenn Betroffene durch Wortfindungsstörungen oder Vorbeireden auffallen. Auch eingeengtes Denken, umständliches Denken oder gehemmtes Denken können dazu zählen. 

Formen von Denkstörungen

Welche Formen von Denkstörungen gibt es? 

Man unterscheidet zwischen formalen und inhaltlichen Denkstörungen. Formale Denkstörungen sind Störungen des Ablaufs der Gedanken, die meist im Sprechen auffallen. Beispielsweise denkt der Betroffene nur langsam oder wiederholt immer die gleichen Gedanken. Dazu zählen auch die Neuerfindung von Wörtern, Vorbeireden an anderen, das Abreißen von Gedanken sowie das Ignorieren von Fragen des Gegenübers. Betroffene denken darüber hinaus sehr umständlich, springen von einem Thema zum anderen oder können wichtig und unwichtig nicht voneinander unterscheiden. Auch übertriebenes Grübeln kann dazu zählen. 

Inhaltliche Denkstörungen äußern sich weniger im Sprechakt, sondern beziehen sich mehr auf die Themen, die der Mensch denkt. Im Rahmen psychischer Erkrankungen geht es dabei häufig um Gedanken mit übertriebenen, abweichenden, falschen oder gar irren Vorstellungen. Dabei kann sowohl der Betroffene selbst als auch seine Mitmenschen diese Gedanken als unsinnig empfinden. Unter inhaltliche Denkstörungen zählen beispielsweise Zwangsgedanken. Betroffenen drängen sich bestimmte Gedanken immer wieder auf. Häufig werden die Gedanken sogar von den Betroffenen selbst als unangenehm empfunden, sie können diese Gedanken aber nicht abstellen. Zu den inhaltlichen Denkstörungen gehören auch Gedanken, von denen die Betroffenen stark überzeugt sind trotz Bedenken ihres Umfelds – beispielsweise religiöse oder politische Überzeugungen. Auch Wahnvorstellungen oder Angstgedanken können ein Beispiel für eine inhaltliche Denkstörung sein. 

Wie äußern sich Denkstörungen im Rahmen seelischer Erkrankungen? 

Beispiel Depression: Eine Art der formalen Denkstörung im Rahmen einer Depression kann Grübeln sein. Betroffene durchdenken ständig die gleichen negativen Gedanken, ohne dabei zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Dabei können sie so tief in ihrem Gedankenkreis drinstecken, dass sie aus ihrem Leiden nur schwer herausfinden. Auch denken sie häufig, dass sie gegen einen inneren Widerstand denken müssen. Inhaltliche Denkstörungen bei Menschen mit Depression äußern sich insofern, dass diese Patienten häufig nur in negativen Gedanken denken und selbst positive Aussagen anderer Menschen als schlecht interpretieren. So können sie zum Beispiel nur schwer Komplimente annehmen und reden sich ein, dass sie diese nur aus Höflichkeit bekommen oder gar nicht verdient haben. Auch bei kleinen Erfolgen reden sie sich ein, dass andere Menschen aber viel besser sind als sie selbst.  

Welche Symptome zeigen sich bei Denkstörungen?

Neben Problemen beim Denken und Sprechen zeigen sich bei Betroffenen mit Denkstörungen teilweise auch Desorientierung, Einbildungen oder Halluzinationen. Ihnen misslingt es häufig, reale von surrealen Situationen zu unterscheiden. Bei inhaltlichen Denkstörungen, bei denen Betroffene an irren Gedanken festhalten und bei ihrem sozialen Umfeld anecken, kann es nicht selten auch zu Streiten und aggressiven Verhalten kommen. Auch im Wahn kann es dazu kommen, dass Menschen andere Personen oder gar sich selbst verletzten.  

Entstehung von Denkstörungen

Wie entstehen Denkstörungen? 

Denkstörungen äußern sich als Symptome bei zahlreichen psychischen Störungen. Formale Denkstörungen treten zum Beispiel häufig bei affektiven Störungen auf, während inhaltliche Denkstörungen typische Symptome im Rahmen von Depressionen, Zwangserkrankungen, Angststörungen, Belastungsstörungen und Schizophrenien sind. Auch Stress kann vorübergehend dazu führen, dass das Denken gestört wird. Denkstörungen können aber auch auf körperliche Ursachen zurückgehen, beispielsweise auf einen Hirntumor, eine Gehirnerschütterung oder einen Schlaganfall. 

Behandlung von Denkstörungen

Wann sind Denkstörungen gefährlich? 

Ein Arztbesuch sollte bei Denkstörungen in jedem Fall stattfinden, um somatische Ursachen abzuklären, da auch ernste Erkrankungen (meist im Gehirn) dahinterstecken können. Treten Denkstörungen beispielsweise zusammen mit Sprachstörungen, Lähmungen, Schwindel, Sehstörungen und Kopfschmerzen auf, kann es sich dabei um einen Schlaganfall handeln und bedarf sofortiger notärztlicher Behandlung. Auch wenn Denkstörungen plötzlich zum Problem werden, sich verschlimmern oder nach Phasen mit akutem Stress anhalten, ist medizinischer Rat gefragt. Des Weiteren ist zur Suche nach seelischen Ursachen eine ärztliche Untersuchung erforderlich, beispielsweise wenn das Grübeln immer mehr wird, der Betroffene nächtelang wach liegt und zunehmend negative Gedanken hegt.

Wie werden Denkstörungen behandelt?

Da Denkstörungen nur Symptome und keine eigene Krankheit sind, geht es um die Behandlung der Grunderkrankung, in deren Rahmen die Störung auftritt. Die Behandlung hängt somit von der Grunderkrankung ab und kann nicht verallgemeinert werden. Ein Hirntumor bedarf einer anderen Therapie als eine Depression. Treten Denkstörungen im Rahmen seelischer Erkrankungen auf, können Psychotherapie, Pharmakotherapie und Entspannungsverfahren helfen, die Grunderkrankung zu behandeln.