Appetitlosigkeit

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Appetitlosigkeit

Was ist Appetitlosigkeit?

Appetitlosigkeit, auch Inappetenz genannt, meint das verminderte Verlangen nach Essen und Genuss, welches vom zentralen Nervensystem (ZNS) gesteuert wird. Die Seele bestimmt, wie sich der Magen fühlt. Die aktuelle Gefühlslage, aber auch Sinneseindrücke vom Essen regulieren daher, ob der Mensch Lust auf eine bestimmte Speise hat. Der Mangel an Appetit ist oft Symptom einer Erkrankung oder ein Zeichen für deren Anfang.

Wie äußert sich Appetitlosigkeit?

Menschen mit Appetitlosigkeit verlieren die Lust am Essen. Speisen können teilweise sogar Unbehagen und Ekel auslösen. Den Betroffenen vergeht regelrecht die Lust am Essen. Appetitlosigkeit geht oft auch mit Gewichtsverlust einher, da sich der Körper nach einiger Zeit an die reduzierte Nahrungsaufnahme gewöhnt hat und das Hungergefühl nachlässt. Betroffene können daher Stunden ohne Essen aushalten. In diesem Fall spricht man von Anorexie. Im Gegensatz dazu ist die Anorexia nervosa (Magersucht) eine psychisch bedingte Essstörung, bei der die Betroffenen eine gestörte Körperwahrnehmung haben und aus Angst vor Gewichtszunahme das Essen vermeiden.

Ursachen von Appetitlosigkeit

Wie entsteht Appetitlosigkeit im Körper? Welche seelischen Erkrankungen führen zu Appetitlosigkeit?

Appetitlosigkeit kann sowohl psychische als auch körperliche Ursachen haben. Alle körperlichen Symptome, zu denen auch Appetitlosigkeit zählt, sollten zuerst von einem Hausarzt gründlich abgeklärt werden, um mögliche körperliche Erkrankungen als Ursache auszuschließen. Das Verlangen nach Essen wird durch das zentrale Nervensystem (ZNS) reguliert. Botenstoffe wie Serotonin beeinflussen dabei die Stärke des Appetits, sodass innere Unruhe oder seelische Belastungen den Stoffwechsel in Form von Stresshormonen durcheinanderbringen und wortwörtlich auf den Magen schlagen. Appetitlosigkeit ist häufig ein Anzeichen von erhöhtem Stress, wenn der Mensch aufgrund psychischer Anspannung vergisst zu essen oder sich zum Essen zwingen muss. In Phasen mit weniger Stress regeneriert sich der Appetit aber meist wieder. Mangelnder Appetit hat darüber hinaus weitere Ursachen und ist meist eine Begleiterscheinung zu einer seelischen Erkrankung, zum Beispiel Angst, Essstörungen, Depression, posttraumatische Belastungsstörung oder Somatisierungsstörung. Bei einer Depression beispielsweise sind die körperlichen Funktionen eingeschränkt, sodass Appetitlosigkeit mit Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit einhergeht. Bei Magersucht hingegen ist das bewusste Hungern bei gesteigerter körperlicher Aktivität das zentrale Symptom, sodass starkes Hungern den Appetit zügelt.

Gibt es weitere Ursachen von Appetitlosigkeit?

Auch Erkrankungen, die nicht seelisch bedingt sind, schlagen sich auf den Magen nieder. Häufig führen Erkrankungen im Verdauungstrakt wie Morbus Crohn, eine akute Magenschleimhautentzündung oder Durchblutungsstörungen des Darms zu einem verminderten Appetit. Auch Medikamente können als Nebenwirkung das Verlangen nach Nahrung hemmen. Des Weiteren kann Appetitlosigkeit auch einer Lebensmittelvergiftung sowie einer Nahrungsmittelunverträglichkeit geschuldet sein. Des Weiteren können auch Drogen und Alkohol sowie Vergiftungen dafür sorgen, dass kein Verlangen nach Essen besteht.

Behandlung von Appetitlosigkeit

Wann ist Appetitlosigkeit gefährlich?

Appetitlosigkeit sollte immer ernst genommen werden, da sie entweder ein Symptom einer Erkrankung oder ein Warnzeichen für den Anfang einer Erkrankung ist. Ist der verminderte Appetit eindeutig auf Stress zurückzuführen und setzt das Hungergefühl in Phasen mit weniger Stress wieder ein, besteht kein Grund zur Sorge, sollte aber dennoch beobachtet werden. Bei anhaltender Appetitlosigkeit und einhergehendem Gewichtsverlust sollte ein Arzt aufgesucht werden, um Erkrankungen wie eine Magenschleimhautentzündung oder Geschwüre auszuschließen. Appetitlosigkeit ist auch gefährlich, wenn ein Patient unter Magersucht leidet. Nicht selten besteht die Gefahr von Verhungern, sodass hier dringende medizinische Versorgung notwendig ist.

Wie kann Appetitlosigkeit behandelt werden?

Da Appetitlosigkeit meist ein Begleitsymptom verschiedener Krankheiten ist bzw. verschiedene Erkrankungen den Mangel an Appetit verursachen, bedarf es der Behandlung des Grundleidens. Wie die Behandlung erfolgt, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Körperliche Erkrankungen wie Magen-Darm-Entzündungen können unter anderem mit der Zugabe von Medikamenten behandelt werden. Bei Appetitlosigkeit als Begleiterscheinung von Krebs hingegen sind eine Chemotherapie oder Bestrahlung notwendig. Bei Suchterkrankungen empfiehlt sich zum Beispiel eine qualifizierte Entgiftung. Je nach auslösender Erkrankung sollten auch Änderungen der Lebensweise erfolgen und die Ernährung angepasst werden. Hier empfiehlt sich eine professionelle Ernährungsberatung. Um Stress zu vermindern, können Entspannungsverfahren helfen.