Angstzustände

Hinweis: Bei allen Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unabdingbar, da diesen sehr ernste Erkrankungen zugrunde liegen können. Wir empfehlen deshalb, sich an ihren behandelnden Facharzt oder Hausarzt  oder an die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu wenden.

Beschreibung von Angstzuständen 

Wieso haben wir Angst? 

Grundsätzlich ist Angst ein urmenschliches, mitunter lebensrettendes Gefühl. Es hilft uns, Gefahren zu erkennen und schnell darauf zu reagieren. Durch Angst hat der Mensch die nötige Vorsicht, Aufmerksamkeit und Energien, um in brenzligen Situationen schnell zu handeln, Herausforderungen anzunehmen sowie Kräfte zu mobilisieren und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. 

Durch Angst werden Körper und Geist hochkonzentriert und leistungsbereit, was unseren Vorfahren beim Überlebenskampf geholfen hat. 

Ab wann ist Angst krankhaft? 

In einem gewissen Rahmen ist Angstempfinden normal und wichtig. Wenn die Furcht jedoch ein extremeres Ausmaß annimmt und sich bis hin zu Panikattacken steigert, spricht man von einer Angststörung. Neben Depressionen zählen Angsterkrankungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie schränken das Leben der Betroffenen ein und sollten therapeutisch behandelt werden. 

Angststörungen zeichnen sich durch vielfältige, krankhaft übersteigerte Ängste aus, denen keine äußere Gefahrenlage zugrunde liegt, welche aber Teil von innerseelischen Konflikten sind. 

Welche Arten von Angstzuständen gibt es? 

Es kann in folgende Formen unterschieden werden: 

  • Panikstörung: Der Betroffene leidet unter immer wiederkehrenden Anfällen der Angst mit heftigen psychischen und körperlichen Symptomen. Mögliche wahrgenommene Symptome sind: Benommenheit, Atemnot, Gefühl der Unsicherheit, Ohnmachtsgefühl, Schwindel, weiche Knie, unregelmäßiger Herzschlag, Schwitzen, Zittern, Übelkeit oder Erstickungsgefühle, Gefühle der Unwirklichkeit, Bauchbeschwerden, Kälteschauer oder Hitzewallungen, Angst zu sterben, Angst vor Kontrollverlust und weitere. 
  • Generalisierte Angst: Hierbei umfassen die Ängste viele Lebensbereiche und sind nicht auf bestimmte Situationen beschränkt. Vielmehr hat der Patient ständig Angst und ist ohne ersichtlichen Grund in Sorge – diese kann die eigene Person betreffen, aber auch Freunde und Verwandte. Häufig drehen sich die ängstlichen Gedanken um reale Bedrohungen jedoch ist Angst in unrealistischer Weise gesteigert. Nicht selten wird das Eintreten einer Katastrophe angenommen. Der Patient leidet unter Schlafstörungen und häufig treten die Angstsymptome über den Tag verteilt ein (nicht wie bei der Panikstörung gleichzeitig in Form eines Anfalls). 
  • Soziale Angststörung: Bei der sozialen Angst leiden Betroffene unter extremer Schüchternheit. Sie haben Sorge, kritisch von ihren Mitmenschen beachtet oder beobachtet zu werden. Sie meiden daher vor allem Situationen, in denen die Gefahr besteht, im Mittelpunkt zu stehen. 
  • Spezifische Phobie: Hier wird die Angst durch spezifische Objekte oder Situationen hervorgerufen, die weitestgehend vermieden werden. Sie kann sich beispielsweise auf Tiere, enge Räume, Speisen, Wetterbedingungen, Schmutz oder Prüfungen beziehen. 

Ursachen von Angstzuständen 

Wie kommt es zu Angstzuständen? 

Angstzustände können verschiedene Ursachen haben, sie können körperlich und psychisch bedingt sein. 

Körperliche Zusammenhänge können Herzkrankheiten, Schilddrüsenstörungen oder Erkrankungen der Atemwege sein. Empfundene Schmerzen, die bei einem Herzinfarkt empfunden werden oder entstehende Atemnot eines Asthmaanfalls sind meist von starken Angstzuständen begleitet. Auch bei Krankheiten, die von Schmerz- oder Schwindelattacken oder von Schockzuständen begleitet werden, ebenso bei Nervenerkrankungen im Gehirn kann es schnell zu einer großen Angst bis hin zu Panik kommen. 
Betrachtet man die psychischen Ursachen, kommen unter anderem folgende Bereiche in Frage: 

  • Angsterkrankungen sind die Hauptursache für starke Ängste.
  • Angstgefühle oder Panikanfälle können durch Stress, Burnout oder andere starke seelische Belastungen hervorgerufen werden. 
  • Häufig sind krankhafte Ängste auch mit Depressionen, Zwangsstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen verbunden. Auch traumatische Erlebnisse können zu dauerhaften Ängsten führen und diese wiederum können zu den Symptomen von posttraumatischen Belastungsstörungen gehören. 

Behandlung von Angstzuständen 

Warum sollten Angstzustände behandelt werden? 

Das Problem an einer unbehandelten Angststörung ist, dass sie sich immer mehr verselbstständigen kann. Es entsteht eine Erwartungsangst (sozusagen eine "Angst vor der Angst"), durch die Betroffene angstauslösende Situationen und Orte möglichst vermeiden. 

Durch diesen Weg der Vermeidung ziehen sich Patienten immer mehr aus dem sozialen Leben zurück und leiden dadurch zusätzlich zu körperlichen Symptomen an einem Gefühl der Hilflosigkeit und an mangelndem Selbstvertrauen. Das Privatleben kann darunter leiden, es kann zu Schlafstörungen und Problemen im Berufsleben kommen. 

Wie werden Angstzustände behandelt? 

Bei psychisch bedingten Ängsten sind Psychiater und Psychotherapeuten notwendig. Es gibt je nach Erkrankung unterschiedliche Therapien, manchmal in Kombination mit Medikamenten. Unterstützend sind auch Sport und allgemein ein aktiver Lebensstil, der dabei hilft, die innere positive Haltung zu stärken und Anspannungen abzubauen. 

Bei körperlichen Ursachen ist es natürlich wichtig, die entsprechende Krankheit zu behandeln. Auch hier können jedoch eine zusätzliche Psychotherapie, Entspannungstechniken oder Stressmanagement den Heilungsprozess unterstützen.