Stress im Job

Beschreibung von Stress im Job

Was ist Stress im Job? Wie äußert sich Stress im Job?

Stress im Job ist das Gefühl, als Arbeitnehmer auf die Arbeitsmenge und Arbeitsdichte keinen Einfluss mehr zu haben. Betroffene sind hoher Arbeitsbelastung ausgesetzt und denken häufig, dass sie mit der Arbeit nicht mehr hinterherkommen. Wird der Stress zu viel, fühlen sich Betroffene erschöpft und ausgebrannt.

Dabei ist Stress eigentlich nicht immer schlecht und kann durchaus positiv sein (Eustress): Damit ist ein gesundes Maß an Anspannung gemeint, das uns ermöglicht, Leistungen zu erreichen und Herausforderungen zu meistern.  Dysstress hingegen bezeichnet negativen Stress, übermäßigen inneren oder äußeren Druck, Überforderung und Hilflosigkeit. Hält Eustress zu lange an oder wird zu viel, kann sich daraus negativer Stress entwickeln. 

Stress im Job wird immer individuell wahrgenommen. Ein und dieselbe Situation kann von zwei Arbeitnehmern unterschiedlich bewertet werden. Für den einen ist das Überhäufen mit Aufgaben und Zeitdruck eine Herausforderung, für den anderen ist es Stress. Das kommt darauf an, wie der Mensch die jeweilige Situation bewertet und seine eigenen Ressourcen einschätzt, aus der stressigen Situation herauszugehen. Sobald man glaubt, das Problem nicht lösen zu können und sogar Ängste entwickelt, kann Stress entstehen. Körper, Seele und Geist werden dabei belastet.

Welche Symptome entwickeln sich bei Stress im Job? 

Steht der Mensch dauerhaft unter Stress, wirkt sich dies sowohl auf den Körper als auch auf die Seele aus. Es kommt sowohl zu Müdigkeit und Erschöpfung als auch zu Konzentrationsstörungen und abnehmender Leistungsfähigkeit. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge von Dauerstress sein. Des Weiteren geht die Lust am Leben verloren, wenn sich alles nur noch um die Arbeit dreht, sodass viele Menschen auch ihre Hobbys und sozialen Kontakte vernachlässigen. So kann Stress im Job unter Umständen in einer Depression enden.   

Entstehung von Stress im Job

Wie entsteht Stress im Job?

Stress auf der Arbeit liegen sowohl innere als auch äußere Faktoren zugrunde. Zu den inneren Faktoren zählen beispielsweise die eigene Unsicherheit und Selbstzweifel, dass man nicht genügend Wissen und Fähigkeiten besitzt, um seine Aufgaben zu bewältigen. Im Gegensatz dazu kann Stress aber auch die Menschen treffen, die zu hohe Ansprüche an sich selbst stellen und alles perfekt erledigen wollen. Sie setzen sich dadurch selbst unter Druck.

Äußere Faktoren für Stress am Arbeitsplatz sind vor allem unklare Anweisungen und Ziele, unerfüllbare Vorgaben und Aufgaben sowie nicht ausreichende Ressourcen. Wird Personal gespart oder müssen viele Aufgaben erledigt werden, gerät man unter Druck. Nicht selten entwickeln Arbeitnehmer – vor allem ältere Menschen – Angst, ihren Job nicht mehr halten zu können. Darüber hinaus kann eine unstrukturierte Arbeitsweise dazu führen, dass man Stress empfindet. Auch langweilige und unterfordernde Aufgaben können Unzufriedenheit erzeugen.

Generell sind die hohen Anforderungen an Arbeitnehmer ein Auslöser für Stress im Beruf. Heutzutage wird viel verlangt: Ständige Erreichbarkeit auch am Wochenende, Flexibilität und der hohe Druck, seine Aufgaben am besten am nächsten Tag erledigt zu haben. Es entwickelt sich schneller ein Leistungsdruck und der Glaube, dass man nur etwas erreichen kann oder etwas Wert ist, wenn man viel arbeitet. Auch wer zu viel arbeitet, ohne Gegenleistung wie Lob oder Dank zu erfahren, entwickelt Unzufriedenheit und fühlt sich mit der Zeit gestresst.

Nicht selten sind auch Konflikte im privaten Umfeld dafür verantwortlich, dass man auf der Arbeit unentspannt oder schnell gereizt ist, weil man seine Probleme "mit auf die Arbeit nimmt" und ständig im Hinterkopf behält.

Zudem können das Betriebsklima, die Umgebung und die Atmosphäre, in der man arbeitet, Stress auslösen. Hellhörige Wände im Büro, Konflikte mit Kollegen, bei der Arbeit störende Kollegen, aber auch schlechte Arbeitsmittel wie langsame Computer oder alte Fahrzeuge können für schlechte Laune sorgen. Des Weiteren können Mobbing am Arbeitsplatz und fehlende Kontakte zu Kollegen zu Stress und seelischer Belastung führen. 

Hilfe gegen Stress im Job

Wann wird Stress im Job gefährlich?

Anhaltender Stress kann sowohl körperliche als auch seelische Folgen haben: Ist der Mensch dauerhaft Stress ausgesetzt und findet keine Möglichkeit zu entspannen oder den Stress auszugleichen, kann dadurch Burn-out begünstigt werden. Zu den häufigen Frühsymptomen der Überlastung gehören Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Früherwachen, Grübelneigung, mangelnder Antrieb, Angst vor der Arbeit, nicht abschalten können und Überforderungsgefühl. Aber auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Gelenk- und Rückenprobleme, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust oder Hautausschlag können auf Überlastung hinweisen. Fehlt darüber hinaus die Unterstützung aus dem familiären Umfeld oder durch den Partner und Freunde, kann Stress Burn-out-Erkrankungen und Depressionen begünstigen.
 

Was kann man gegen Stress im Job tun? 

Bei den oben genannten körperlichen und seelischen Symptomen sollte man sich auf jeden Fall in medizinische Behandlung begeben, da ein erhöhtes Risiko für körperliche und psychische Erkrankungen besteht. Hat man nur akut Stress im Beruf oder möchte Stress vorbeugen, können eine gute und bewusste Strukturierung des Arbeitspensums und der Arbeitszeit, die frühzeitige Bitte um Unterstützung sowie Achtsamkeit für die eigenen Bedürfnisse helfen. Ansprechpartner sind beispielsweise der Betriebs- oder Personalrat, der Betriebsarzt oder ein Vorgesetzter.

Darüber hinaus sollte man auf jeden Fall Abstand von der Arbeit gewinnen und bewusste Zeiten für Ruhe und Entspannung einplanen. Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training eignen sich dafür gut. Auf der Arbeit kann – ideal bei Bürojobs – ein kurzer Timeslot für Yoga eingerichtet werden. Eine gute Work-Life-Balance beinhaltet auch einen Ausgleich neben der Arbeit, beispielsweise Sport oder ein Hobby, um Stress abzubauen. Auch im Hinblick auf die ständige Verfügbarkeit muss man Grenzen setzen, zum Beispiel indem man keine E-Mails am Wochenende liest. Am Arbeitsplatz selbst können Morgenrituale wie ein Tee helfen, entspannt den Tag zu starten.

Um die inneren Faktoren anzugehen, die Stress im Beruf auslösen, sollte man seine Erwartungen an sich selbst herunterschrauben. Dabei kann es helfen, sich kleine Ziele zu setzen. Auch das Mindset, dass man nicht alles können muss und dass Fehler menschlich sind, bewahren vor Schuldzuweisungen und Leistungsdruck. Zudem sollte man sich über seine Erfolge und Fähigkeiten bewusst sein und sich selbst nicht schlecht reden. Im Rahmen eines Coachings kann man beispielsweise lernen, wie seine Gedanken das Verhalten beeinflussen und mit welcher Einstellung man in stressige Phasen gehen sollte.