Leistungsdruck

Beschreibung von Leistungsdruck 

Was ist Leistungsdruck?

Unter Leistungsdruck versteht man psychischen Druck ausgelöst durch Zwang zu hoher Leistung. Dieser kann bezogen auf den Arbeitsplatz, die Schul- oder Universitätsleistung oder auch die Gesellschaft empfunden werden. Einigkeit besteht darüber, dass insbesondere der Leistungsdruck in der Arbeitswelt zugenommen hat. Eine Ursache hierfür ist unter anderem die Schnelllebigkeit, welche auf die technologische Entwicklung zurückzuführen ist. Auch die stetige Erreichbarkeit, welche die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit verschwimmen lässt, trägt dazu bei, dass Menschen enormem Stress im Job ausgesetzt sind und ein Erholen kaum möglich ist. Leistungsdruck kann dann positive Auswirkungen haben, solange Betroffene das Gefühl haben, sich in einem sinnvollen Prozess zu befinden und dem Druck gerecht werden zu können. Sieht man allerdings keinen Sinn mehr hinter seiner Leistung, kann dies gesundheitliche Schäden zur Folge haben.

Wie zeigt sich Leistungsdruck? 

Stehen Betroffene unter großem Leistungsdruck, kann sich dies durch körperliche Symptome bemerkbar machen. So geht Leistungsdruck mit Symptomen wie Zittern, Schwitzen, Nervosität, Atemnot, Herzrasen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen und Fluchtgedanken einher. Die genannten Symptome können in entscheidenden Momenten zu Denkblockaden bis hin zum Blackout führen. 

Ursachen von Leistungsdruck 

Wie entsteht Leistungsdruck?

Leistungsdruck bei Erwachsenen
Eine Ursache, welche zu Leistungsdruck beiträgt, ist Stress. Menschen, die Leistungsdruck ausgesetzt sind, haben meist perfektionistische Anforderungen an sich selbst. Auch die Angst vor Ablehnung oder Verantwortung, aber auch vor dem Versagen kann hier eine große Rolle spielen. Die genannten Ursachen stehen meist im Zusammenhang mit einem mangelnden Selbstwertgefühl und einem geringen Durchsetzungsvermögen. Leiden Betroffene im Arbeitsleben unter Leistungsdruck, liegt der Grund hierfür oft in der Angst, gestellte Aufgaben nicht meistern zu können. Diese Versagensängste nehmen derart zu, dass sie sich unmittelbar auf das Wohlbefinden auswirken. Auch der Wunsch, es allen recht machen zu müssen, sorgt für Druck. Den Betroffenen gelingt es nicht, auch mal nein zu sagen – Perfektionismus oder die Angst vor dem Jobverlust können hier eine große Rolle spielen. Ist die Versagensangst Grund für den bestehenden Leistungsdruck, kann dies möglicherweise auf die Kindheit zurückgeführt werden. Mangelnde Anerkennung durch Eltern oder Missachtung in der Erziehung können zu dieser Angst beitragen.

Leistungsdruck bei Kindern
Die Ursache für Leistungsdruck bei Kindern sind häufig die Eltern. Eltern möchten das Beste aus ihrem Kind herausholen und stolz auf dieses sein. Erwarten sie hohe Leistungen in der Schule, steckt meist eine Art Selbstbestätigung dahinter. Denn die Empfindung von Stolz ist lediglich hinsichtlich eigener Leistungserbringung möglich. Auch der Aspekt der Konkurrenz spielt bei elterlichem Druck eine enorme Rolle. Eltern wollen häufig, dass ihre Kinder mit anderen Kindern mithalten oder gar besser als diese sind. Allerdings kann ein Vergleich mit anderen Kindern eher frustrierend sein. So fällt es Kindern gerade unter diesen Umständen schwer, eine Motivation zu finden. Eine Idealisierung des eigenen Kindes, welche in Maßen in Ordnung ist, setzt Kinder weiter mit dem Gedanken unter Druck, diesen Idealvorstellungen auch gerecht werden zu müssen. Sind keine guten Leistungen in der Schule gegeben, wird versucht, durch übermäßiges Lernen schlechte Schulleistungen zu kompensieren. Kinder werden hierbei häufig in Form von Fremdsprachenunterricht, musikalischer Frühförderung oder Nachhilfe überfordert. Äußern sich bei Kindern und Jugendlichen Anpassungs-Angststörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlafstörungen, liegt der Grund hierfür häufig auch in der digitalen Reizüberflutung, Mobbing in den sozialen Netzwerken oder dem ständigen Vergleich durch soziale Netzwerke. 

Behandlung von Leistungsdruck

Was hilft gegen Leistungsdruck?

Um Leistungsdruck zu vermeiden, gibt es einige Empfehlungen, mit dessen Hilfe sich Betroffene auftretender Angst stellen können. Wichtig ist zunächst, dass sich Betroffene bewusst machen, welche Erfolge sie bisher erzielt haben. Auch das Visualisieren von zukünftig eintretendem Erfolg kann hilfreich sein. Hier sollte der Fokus lediglich auf den Erfolg und nicht auf ein mögliches Versagen gelenkt werden. Ein weiterer hilfreicher Gedanke ist, dass Konsequenzen richtig abgeschätzt werden. Denn die mögliche Katastrophe, welche sich Betroffene ausmalen, wirkt derart lähmend, dass sie einer realistischen Wahrnehmung kaum noch entspricht. Um Denkblockaden, Stress und Panik zu vermeiden, kann es helfen, sich auf die körperlichen Auswirkungen von hohem Leistungsdruck zu konzentrieren und diesen mit klassischen Entspannungsübungen wie autogenem Training, Meditation oder Sport entgegenzuwirken. Durch eine Entspannung des Körpers lässt auch meist die Angst nach. Hilfreich können auch Rituale im Alltag sein. Hierbei ist es egal, ob den Ängsten mit einem regelmäßigen Spaziergang, einer kurzen Atemübung oder etwas anderem entgegengewirkt wird.