Suchterkrankungen erkennen

Menschen mit Suchterkrankungen erleben zumeist eine physische, immer aber eine starke psychische Abhängigkeit von einer Substanz oder einem bestimmten Verhalten. Meist entstehen Suchterkrankungen in einem schleichenden Prozess über einen längeren Zeitraum. Der starke suchtbedingte Leidensdruck sowie Situationen des Kontrollverlusts gehen oftmals mit schädlichen Folgen für Körper, Seele und Umfeld des Betroffenen einher.

Wie kann ich als Angehöriger Suchterkrankungen und Substanzmissbrauch erkennen?

Hinweis: Die Inhalte der Seite dienen nur als Informationsquelle und ersetzen keinen Arztbesuch. Verwenden Sie deshalb keine Internetquellen zur Selbstdiagnose. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Krankheiten sollten Sie die Hilfe eines Arztes oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

Das Spektrum der Suchterkrankungen ist vielschichtig: Machen Sie sich Sorgen, dass Ihr Partner sich durch häufige Ausgaben oder Wetten verschuldet? Haben Sie das Gefühl, ein Freund verheimlicht etwas oder beschönigt seinen Konsum? Bekommen Sie Ihren Angehörigen immer weniger zu Gesicht? Haben Sie das Gefühl, dass eine Person in ihrem Umfeld ohne einen entsprechenden Konsum von Substanzen nicht mehr in der Lage ist, wahrhaftige Freude zu empfinden und unruhig, gereizt, sprunghaft oder emotional wirkt? Frühwarnzeichen wie diese zeigen verschiedene Faktoren auf, die für einen problematischen Konsum sprechen. So können „Angewohnheiten“ sich zu ernsthaften Problemen entwickeln, die unbehandelt eine enorme Gefahr für die Gesundheit eines Menschen darstellen.

Bleibt der Konsum aus, entsteht bei den betroffenen Menschen Suchtdruck (Craving). Ihr Angehöriger zeigt folglich starke Unruhe und Agitiertheit. Ein erneuter Rückgriff auf die Substanz ist dann unvermeidbar, um sich zu beruhigen. Diese Abhängkeitsspirale verursacht vermehrt Probleme für Verhalten, Gesundheit, Berufs- und Privatleben.

Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass es für Angehörige ein schwieriger Prozess ist und viel Mut und Überwindungskraft erfordert, nahestehende Menschen auf Symptome anzusprechen. Vermeiden Sie in solchen Gesprächen Vorwürfe oder vorschnelle Selbstdiagnosen. Hilfsmittel wie unser Selbsttest können gerne zurate gezogen werden, ersetzen jedoch in keinem Fall eine fachgerechte Diagnose durch einen Arzt. Vermeiden Sie zudem gemeinsam einen „harten Entzug“, denn dieser birgt Gesundheitsrisiken.

Ute Wölwer-Schwarz

Standort

Schloss Gracht

Ute Wölwer-Schwarz

Patientenmanagement

Wir sind für Sie da

Wir unterstützen Sie und Ihre Angehörigen auf dem Weg aus der Sucht – in die Gesundheit. Kontaktieren Sie uns für eine Beratung.

Symptome der psychischen Erkrankung „Sucht“ und ihre Behandlungsfelder

Der Stress der regelmäßigen Einnahme einer Substanz versetzt den Körper mitunter in eine ständige Alarmbereitschaft, welche symptomatisch mit Anzeichen von Überforderung, Unglücksgefühlen und sozialem Rückzug einhergeht. In solchen Momenten steigt das Risiko, eine physische und/oder psychische Suchterkrankung zu entwickeln. Leidvolle Erfahrungen nehmen für Betroffene und Dritte zu. 

Sucht ist ein immer leidvoller, jedoch auch sehr individueller Zustand. So entwickeln Menschen in Krisensituationen unterschiedliche Formen von Sucht und/oder Substanzmissbrauch. Unsere Privatkliniken bieten für Suchterkrankte und ihre Angehörigen verständnisvolle und wertschätzende Hilfe in diversen ganzheitlichen Behandlungsfeldern an. Zu unserem Behandlungsspektrum gehören unter anderem Alkoholsucht, Magersucht und Sexsucht. Da wir die unterschiedlichen Abhängigkeiten differenziert behandeln müssen, haben wir professionelle und fürsorgliche Expertenteams für die Behandlung zusammengestellt.

Wie entstehen Suchterkrankungen und welche Formen gibt es?

Probleme mit Abhängigkeit entstehen meistens in einem schleichenden und mitunter lang andauernden Prozess. Ist die Abhängigkeit erst einmal entstanden, lösen Betroffene sich nur schwer von der Erkrankung, da Substanzen wie Drogen oder bestimmte Verhaltensmuster verschiedene Botenstoffe im Gehirn aktivieren, die eine positive psychische und körperliche Wirkung auf den Menschen haben. Ein instabiles soziales Umfeld und vernachlässigte Bedürfnisse (z. B. Bindung) können ebenfalls zu einem erhöhten Suchtrisiko führen, während andersherum auch die Sucht selbst einen bindungsstörenden Effekt hat.

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Abhängigkeiten spielen biopsychosoziale Faktoren eine zentrale Rolle. Genetische Faktoren können zu einem höheren Suchtpotenzial beim Konsum von Alkohol und anderen Drogen führen. Auch soziale (z. B. „falsche“ Freunde) und psychische (z. B. Leistungsdruck) Faktoren erhöhen das Risiko stark. Je mehr Faktoren eine Rolle spielen, desto höher ist das Risiko, dass aus dem gelegentlichen Konsum von Drogen ein schwerer Missbrauch wird und letztlich eine psychische und körperliche Abhängigkeit entsteht.

Bei einer Sucht ist zwischen stoffgebundenen und verhaltensgebundenen Abhängigkeiten zu unterscheiden. Suchtmittel einer stoffgebundenen Sucht sind etwa illegale Drogen und psychotrope Substanzen, die im Gehirn belohnende Botenstoffe (u. a. Endorphine) freisetzen. Darunter fällt auch das Trinken von Alkohol. Verhaltenssüchte (z. B. Magersucht oder Sexsucht) bewahren Konsumenten vor unangenehmen Gedanken und Gefühlen. In beiden Fällen haben die Entzugserscheinungen die gleiche Wirkung: Süchtige empfinden einen enormen Leidensdruck, sobald sie am Konsum bzw. an der Ausführung des Suchtverhaltens gehindert werden, da das vermeintlich positive Handeln ausbleibt.

Trotz kurzzeitig positiver Gefühle führt das Konsumverhalten langfristig zu verheerenden Folgen. Anfänglich werden z. B. konsumfreie Kontakte aufgegeben und der Schlaf verschlechtert sich durch die übermäßige Nutzung von Suchtmitteln wie Alkohol und Drogen. Bei fortlaufendem Konsum droht den meisten Menschen der Verlust von Job, Wohnraum und sozialen Kontakten. Diese Bedrohung ist für manche Betroffenen die rettende Motivation für die Abstinenz. Unserem Team von den Libermenta Privatkliniken ist es ein Anliegen, den suchtbedingten Leidensdruck Ihres Angehörigen zu lindern und ihm wie auch Ihnen wieder zu mehr Zufriedenheit und Lebensfreude zu verhelfen.

Ute Wölwer-Schwarz

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In schweren Zeiten stehen wir an Ihrer Seite.

Mögliche Therapiemethoden bei Suchterkrankungen

Unsere Privatkliniken bieten verschiedene, individuell kombinierbare Therapiemethoden, die jeden Menschen dort abholen, wo er gerade im Leben steht. Für Betroffene von psychischer und physischer Abhängigkeit eignen sich vor allem die unterschiedlichen Verfahren der Psychotherapie. So kann in der Verhaltenstherapie erlernt werden, mit starkem Verlangen umzugehen, sodass eine Abstinenz möglich ist und bleibt. Ein körperlicher Entzug wird mitunter kurzzeitig pharmakotherapeutisch unterstützt, da in der Regel Entzugserscheinungen auftreten. Das Auftreten erster Symptome kann mit Medikamenten gemildert werden, um gesundheitlichen Risiken vorzubeugen. Andere Therapien – wie die Sport-, Körper- und Naturtherapie – haben eine unterstützende und heilsame Wirkung: Sie helfen, sich vom Konsum zu distanzieren und zurück zu sich selbst zu finden.

Dr. Pegah Meisser
„Im sicheren Umfeld entstehen Vertrauen und Bindung – dies befreit von der Sucht.” Dr. Pegah Meisser

Unsere Therapiesettings

Im Rahmen der Suchttherapie kann im vertraulichen Einzeltherapie-Setting gearbeitet werden, sodass individuelle Problematiken, die der Patient nicht in der Gruppe bearbeiten möchte, dennoch genügend Raum und die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Es können zudem bestimmte alternative Umgangsformen mit der Abhängigkeit (von Suchtmitteln und Verhalten) erlernt werden, um den Weg aus der Sucht zu ebnen.

Das Gruppentherapie-Setting bietet den Vorteil des rücksichtsvollen und realen Austauschs zwischen „neuen“ und „erfahrenen“ Patienten. Neben der Begleitung unseres kompetenten Fachpersonals ist dies eine erweiterte Form der ganzheitlichen Unterstützung. Viele erkrankte Menschen fühlen sich in diesem Setting besonders gut aufgehoben. Über die Mitpatienten lernen Betroffene neue Sichtweisen und hilfreiche Strategien im Umgang mit dem eigenen Suchtverhalten kennen.

Kontakt
Ute Wölwer-Schwarz

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Ute Wölwer-Schwarz

Patientenmanagerin Schloss Gracht
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